Das Werk der Vandalen: Wir müssen dafür zahlen

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Die Scheiben zerborsten, der Boden mit Splittern übersät: das Werk von U-Bahn-Vandalen

München - Vandalen haben bei der Münchner Verkehrs-Gesellschaft im vergangenen Jahr wieder einen Schaden von über zwei Millionen Euro angerichtet.

Aufgeschlitzte Sitze, zerkratzte Scheiben, mit Farbe besprühte Fahrzeuge, mit roher Gewalt zerstörte Inneneinrichtung: Vandalen haben bei der Münchner Verkehrs-Gesellschaft im vergangenen Jahr wieder einen Schaden von über zwei Millionen Euro angerichtet! Bezahlen muss letztendlich jeder Fahrgast mit seinem Ticket.

Den allergrößten Schaden haben die zumeist jugendlichen Täter wieder bei der U-Bahn angerichtet: 1,6 Millionen Euro! Bei Trambahnen und Bussen kostete die Reparatur mutwillig angerichteter Schäden etwa 350 000 Euro. Laut MVG beliefen sich die Reparaturkosten für technische Einrichtungen wie Ticket-Automaten und Rolltreppen im vergangenen Jahr auf 9000 Euro.

 

Die Vandalismus-Schäden sind laut MVG um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Schlimmer war es bislang nur in den Jahren 2007 und 2008.

Kleiner Lichtblick: In den von Kameras überwachten Bereichen sind die Schäden zurückgegangen. Viele der Straftäter achten offfenbar darauf, ob ein elektronisches Auge ihr schändliches Treiben beobachtet. Deshalb geht die MVG davon aus, dass der weitere Ausbau der Video-Überwachung dazu beitragen wird, die nicht selten betrunkenen Vandalen von ihren Taten abzuhalten. Außerdem wird die Kameratechnik immer besser, die Bilder werden immer schärfer. MVG-Sprecher Michael Solic: „Die Kameras, die wir jetzt in die Fahrzeuge einbauen, sind technisch auf dem neusten Stand.“

Durch die Kamera-Überwachung konnten schon unzählige Straftäter überführt werden. Ein Bestreiten vor Gericht hilft den Tätern gewöhnlich wenig: Die Bilder sind ein eindeutiges Beweismittel. Bei Sachbeschädigung (§ 303 Strafgesetzbuch) droht eine Strafe von bis zu zwei Jahren Gefängnis. Auf überführte Täter kommt außerdem eine fette Rechnung zu.

So werden Sie täglich überwacht

Vorsicht! So werden Sie täglich überwacht

Die MVG sorgt dafür, dass die Schäden so rasch wie möglich in den eigenen Werkstätten beseitigt werden. Nicht nur aus Rücksicht auf die Fahrgäste, sondern auch um Nachahmungs-Effekte vermeiden.

Die Verkehrbetriebe appelieren an alle Kunden, die Augen offen zu halten. Wer Straftäter beobachtet, sollte sofort die MVG an den Sprechstellen in den Zügen bzw. in den Bahnhöfen informieren oder sich an den nächsten MVG-Mitarbeiter wenden. 

ebu.

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