Werner Mang eröffnet Burnout-Klinik

Vom Schönheits-Papst zum Seelenarzt

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„Am liebsten würden meine Frau Sybille und ich hier selbst einziehen“, schwärmt Schönheitschirurg Werner Mang über Schloss Altenburg, seine neue Klinik für psychosomatische Erkrankungen.

München - Wahre Schönheit kommt eben doch von innen. Dieser Philosophie folgt inzwischen wohl Werner Mang (63). Denn Deutschlands berühmtester Schönheitschirurg geht unter die Seelenärzte.

 In seiner neuen Schlossklinik in Feldkirchen-Westerham (Landkreis Rosenheim) will künftig Burnout und andere psychosomatische Krankheiten behandeln. Und: Es soll keine Promiklinik werden, sondern „eine einzigartige psychosomatische Klinik für Kassenpatienten aus dem Großraum München“, erklärt Werner der tz.

Weil das ­alte Schloss zu klein ist, wird ­zusätzlich auch ein Neubau entstehen

„Gesprächstherapie statt Brustvergrößerung“ lautet das neue Motto des Schönheits-Papstes. Immer häufiger kommen Patienten mit makellosem Körper zu ihm, die sich dennoch operativ verschönern lassen wollen. Oft stecken psychische Probleme dahinter. „Etwa zehn Prozent meiner Patienten schicke ich weg, weil ihnen mit Chirurgie nicht zu helfen ist. Sie brauchen psychologische Hilfe“, sagt Mang. Die will er künftig anbieten und dafür sogar nochmal an die Uni gehen. „Psychologie hat mich schon immer interessiert“, erzählt der 63-Jährige.

Seit Jahren hat er gemeinsam mit mehreren Psychologen und Psychiatern nach einem geeigneten Standort für eine psychosomatische Klinik gesucht. Nachdem er weder am Starnberger See noch am Tegernsee fündig geworden ist, zog es ihn in den Osten von München. „Dieses Gebiet liegt in einem Dornröschenschlaf. Es ist dort richtig ruhig.“ Der perfekte Ort, um eine Klinik zu eröffnen.

Die Wahl fiel auf Schloss Altenburg in Feldkirchen-Westerham, 40 Kilometer vor den Toren der Landeshauptstadt. „Ich hab mich sofort in das Schloss verliebt. Am liebsten würde ich selbst mit meiner Frau Sybille einziehen“, schwärmt Mang. Die Ritterburg aus dem 11. Jahrhundert wurde 1560 von Herzog Albrecht von Bayern zum Schloss umgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich hier erst ein Flüchtlings-, später ein Seniorenheim. Zuletzt führte die evangelische Kirche im Haus der Stille, wie sie das Schloss nannte, Seminare und Meditationskurse durch. Über den Kaufpreis des Anwesens schweigt Mang. Nur so viel verrät er: „Es waren mehrere Millionen.“ Nun entsteht in den alten Gemäuern ein modernes Therapiezentrum.

Mit viel Ruhe, Gesprächen, gesunder Ernährung und Sport sollen Patienten innerhalb von vier bis sechs Wochen geheilt werden. Das Zauberwort lautet Wohlfühlen. „Wir wollen weg von der Medikamenten-Schluckerei und der Apparate-Medizin. Die Seele soll sich einfach erholen“, so der Schönheitschirurg.

Im 26 000 Quadratmeter großen Schlosspark soll eine moderne Klinik im Stil eines Hotels mit 150 Betten und Wellnessbereich gebaut werden. Der Plan stammt vom Münchner Architekten Stefan Mauritz, der schon das P1 umgebaut hat. Ende 2015 soll mit Unterstützung der Gemeinde alles fertig sein. „Wir freuen uns natürlich, dass das Schloss erhalten bleibt und neue Arbeitsplätze entstehen“, erklärt Bürgermeister Bernhard Schweiger.

Der Schlosspark soll sich durch den Klinikbau kaum verändern. Das hügelige Gelände mit vielen Bäumen lädt zu erholsamen Spaziergängen ein. Hier gibt’s viel zu entdecken. Sybille Mang haben es vor allem die alte Gärtnerei und eine Schaukel angetan. Mangs Sohn Thomas entspannt lieber auf einer der Bänke.

Der Architektur-Student bringt im Januar gemeinsam mit einem Freund unter dem Namen Ultra Face Anti-Aging-Cremes auf den Markt. Bei der Mixtur hat Vater Werner ein wenig geholfen. Wer glaubt, dass dieser in Zukunft die Finger vom Skalpell lässt, hat sich aber geschnitten: „Die berühmte Mang-Nase werde ich auch mit 80 Jahren noch operieren“, lacht der Chirurg.

Beate Winterer

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