Ein Lied gegen das Leid

Werner Schmidbauer hilft Flüchtlingen mit Musik

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Schmidbauer (v.r.), Pollina und Kälberer in Verona zum „Süden“-Finale.

München - Angesichts der dramatischen Zuspitzung der Situation der Flüchtlinge in Bayern tut Unterstützung Not. Und genau die will Werner Schmidbauer nun geben - mit einem Gratis-Song und einem Spendenaufruf.

Schon vor über zwei Jahren, als die Flüchtlingsproblematik noch „weit“ weg war von unserer Haustür, an den Grenzen von Afrika zu Europa, mahnten sie: Werner Schmidbauer, Pippo Pollina und Martin Kälberer warben auf ihrer Süden-Tour um Hilfe. Die dramatische Zuspitzung, wie sie sich jetzt in der Bayernkaserne abspielt, war da noch nicht absehbar. Unterstützung tut Not. Und genau die will Schmidbauer nun geben: Seit Montag kann das Lied Die ganz große Kunst, das genau das Leid der Flüchtlinge zum Thema hat, gratis im Internet heruntergeladen werden. Umsonst soll es freilich nicht sein: Die Musiker hoffen auf viele Spenden auf das Konto des Münchner Flüchtlingsrats.

„Sie kumman ausm Süden, se san fast am Dafriern – und se ham nix zum Verliern“, beginnt Schmidbauers einfühlsamer Song. Hunger, Not, Krieg: Alles haben sie überlebt, um in München in überfüllten Lagern wieder schlimme Verhältnisse vorzufinden.

Das lässt den 53-jährigen Münchner Liedermacher nicht in Ruhe: „Der ganze Humanismus, den wir hier predigen und auf den wir so stolz sind, wird sich an diesen Fragen entscheiden müssen: wie wir mit den Menschen, die da kommen, umgehen“, betont Schmidbauer. „Wie wir mit ihnen leben, wie wir mit ihnen teilen.“ Er hofft, dass viele mitmachen. „Die Münchner haben schon viele Sachen gespendet – doch was immer fehlt, ist Geld.“

Deswegen hat sich Schmidbauer mit dem Flüchtlingsrat zusammengetan, über dessen Konto die Spenden schnell und direkt und ohne Bürokratie bei den Bedürftigen ankommen. Denn Schmidbauer will beweisen, dass es nicht stimmt, wie es in seinem Lied heißt: „Sie kumman ausm Süden, sie ham überhaupts koa Wahl – und wenn s’ dabei sterbn, is uns des egal.“ Vor allem sein musikalischer Seelenbruder Pippo Pollina, ein Sizilianer, weiß aus erster Hand, was sich vor den Küsten seiner Heimat in Süditalien abspielt.

Es ist Zeit zu helfen, fordern die Musiker. Und das werden Schmidbauer und Kälberer auch bei ihrem Konzert am kommenden Samstag im Circus Krone tun (die tz hat dafür noch 5x2 Karten, siehe Kreis). Die beiden sind mit ihrem neuen Album Wo bleibt die Musik? wieder als Duo unterwegs. Doch beim Heimspiel ist Pollina natürlich dabei auf der Bühne. Und ihr Appell wird wie in ihrem Flüchtlingsstück lauten: „Mia kennan nur no wachsen durchs kleana werdn, kennan reicher werdn nur no durchs gebn.“

Ein paar Euro geben für Menschen, die alles verloren haben: Eigentlich ist das doch keine große Kunst, oder?

Hier geht es zum Song

Ab heute können Sie das Lied Die ganz große Kunst unter http://bit.ly/SPK_Downloadsong oder auf den Homepages der Künstler runterladen. Auch ein Video gibt’s dazu unter https://www.youtube.com/watch?v=mpR-aKECygw

Und spenden kann man hier: Verein zur Förderung der Flüchtlingsarbeit in München e.V., Kto. 314 344 bei der Stadtsparkasse München (BLZ 701 500 00), IBAN: DE22 7015 0000 0000 3143 44, BIC: SSKMDEMM.

Die tz verlost für das Konzert am kommenden Samstag, 1. November, ab 20 Uhr im Circus Krone 5x2 Karten. Schicken Sie einfach bis Mittwoch um 12 Uhr eine SMS mit tz win Werner hilft an die 52020* (Name und Adresse angeben). Über Spenden an den Flüchtlingsrat würden wir uns freuen. Herzlichen Dank!

* 50 Ct./SMS

Stefan Dorner

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