150.000 Euro Schaden

Westend: Sechs Menschen bei Brand verletzt

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Das Feuer brach im Erdgeschoss aus. Rauch und Ruß zogen aber bis unters Dach.

München - Sechs Verletzte, eine tote Katze und 150.000 Euro Schaden: Das ist die Bilanz eines Wohnungsbrandes, der in der Nacht zum Sonntag im Westend tobte. 

Telefon, Hausschuhe, ihre Adressbücher, der Fernseher – Erika Götzinger (77) kann in ihrer Wohnung anfassen, was sie will – alles ist mit einer dicken Ruß- und Drecksschicht überzogen. So wie bei ihr, sieht es in allen zwölf Wohnungen in dem Mehrfamilienhaus in der Friedenheimer Straße im Westend aus. Aber ganz schlimm sieht’s im Appartement von Rudi Götzinger, ihrem Sohn aus, der gleich neben ihr wohnt. Dort hat ein Feuer, das am Sonntagmorgen gegen 3.30 Uhr ausbrach, Möbel, Teppiche, Bücher und Textilien in einen gigantischen, schwarzen Klumpen verwandelt.

Wie das passiert ist? Erika Götzinger kann nur den Kopf schütteln: „Der Rudi war zu dem Zeitpunkt bei mir.“ Mutter und Sohn sahen noch fern, weil der Rudi als Wachmann zum Nachtmenschen geworden ist. Das Feuer bemerken sie nur, als plötzlich eine Leuchte ausfällt. Als Rudi Götzinger in seiner Wohnung eine Ersatzbirne holen will, brennt es schon lichterloh! Nachbar Bernd Schneider (35) ist inzwischen auch wach geworden. Er hört wie Rudi Götzinger im Haus nach einem Feuerlöscher fragt und sucht. Aber da quillt schon dichter Rauch ins Treppenhaus. IT-Fachmann Schneider zieht sich an, rauft warme Kleidung zusammen und rennt nach draußen, als gerade die Feuerwehr eintrifft. Bange Minuten verinnen, bis alle Bewohner des Hauses in Sicherheit sind. Sechs werden mit Rauchvergiftungen in Krankenhäuser gebracht. Währendessen bekämpfen die Einsatzkräfte den Brand vom Treppenhaus und über die Terrasse. Schnell hat die Feuerwehr alles unter Kontrolle.

Halt mit Notbetten aus: Karl Ebner

Zitternd vor Kälte und Aufregung bangen die Bewohner um ihr Hab und Gut. An eine Rückkehr in die Wohnungen ist so schnell aber nicht zu denken. Nachbar Karl Ebner zögert deshalb nicht lang. Er hat eine leere Drei-Zimmer-Wohnung im 4. Stock. Glücklich nimmt ein junges Paar aus Afghanistan die Hilfe an. „Die junge Frau“, berichtet Karl Ebner, „war ganz aufgelöst, weil ihre Katze den Brand nicht überlebt hat …“ Und auch für Erika Götzinger ist er da, holt er für die alte Frau schnell ein Notbett aus dem Keller. Und Rudi? „Der liegt im Krankenhaus in Harlaching“, erzählt seine Mutter, „aber es geht ihm einigermaßen …“

Die Kripo ermittelt. Den Schaden schätzt die Polizei auf rund 150 000 Euro.

wdp

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