Bezirksausschuss: Grünfläche muss sich erholen

Westpark: Rummel um Zirkuswiese

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„Zirkuslust“ im Westpark: Rund 800 Kinder haben im vergangenen Jahr daran teilgenommen. 

Jedes Jahr gastieren auf der Westpark-Wiese nah des Mollsees verschiedene Zirkusse. Damit soll nun Schluss sein, fordert zumindest der Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark.

München - Der Grund: Durch das Anliefern, den Auf- und Abbau der Zelte und den Rummel-Betrieb ist die Grünfläche im südöstlichen Teil des Parks in den vergangenen Jahren extrem beansprucht worden.

Wenn es nach dem Willen des Stadtviertelgremiums ginge, soll die beschädigte Wiese in diesem Jahr für keine Veranstaltungen mehr freigegeben werden. Mit zwei Ausnahmen: Die Aktion „Spielen in der Stadt“ mit ihrem Familienfest „Zirkuslust“ und der gemeinnützige Verein „Circus Leopoldini“ sollen weiterhin ihre Zelte für Vorführungen aufschlagen dürfen. Dieter Meyer (CSU), Vorsitzender des Unterausschusses Parks und Grünanlagen, begründet diese Entscheidung mit der pädagogisch „unglaublich wertvollen Arbeit“, die beide Projekte leisteten. Zudem handelten die gemeinnützigen Veranstalter achtsam. Es gibt keine Tiere und „wir ziehen unser Zelt per Hand hoch“, so Anna Bauregger von „Zirkuslust“ auf der jüngsten BA-Sitzung.

Das kostenlose Programm der Stadt zu den Themen Zirkus, Theater und Tanz richtet sich an Kinder und findet seit 2005 in den Pfingstferien statt. 2016 hatten rund 800 Kinder teilgenommen. Die jungen Artisten des Circus Leopoldini treten seit 2013 jeden Sommer im Westpark auf. Für die 130 zirkusaffinen Schüler zwischen acht und 20 Jahren wäre es „eine Katastrophe“, wenn sie „ihre Wiese“ nicht mehr nutzen könnten, sagte Dorothea Auer von „Leopoldini“.

Bei manchem Stadtviertelpolitiker kommen dennoch Zweifel auf, inwieweit sich die Ausnahmeregelung durchsetzen lasse. Alfred Nagel (CSU) gab zu bedenken, dass es sich bei der sogenannten Zirkuswiese eigentlich um eine Liegewiese handele. Nach der Grünanlagensatzung sind Veranstaltungen aller Art im Westpark grundsätzlich verboten. Im Einzelfall aber können Ausnahmen zugelassen werden.

Vom Baureferat gebe es Signale, die gemeinnützigen Veranstaltungen, für die kein alternativer Standort zur Verfügung stünde, in diesem Jahr zu genehmigen, sagte Dieter Meyer. In einer Beschlussempfehlung an das Kreisverwaltungsreferat einigten sich die Stadtviertelpolitiker schließlich, die Zirkuswiese nur für kommerzielle Nutzungen zu verbieten.

Christina Seipel

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