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Wetter-Wahnsinn in München: Straßen „brandgefährlich“ – Frühlingstemperaturen an Heiligabend

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Von: Jannis Gogolin

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War gestern noch tiefster Winter, soll nun ein Wetterumschwung für wärmeres und milderes Klima sorgen. Ob weiße Weihnachten noch kommt, ist fraglich.

München – Robuste Schnee- und Eisdecken auf Fahrbahn und Gehsteig, daran haben sich manche Münchner schon gewöhnt. Ungewöhnlich lange bleiben die Temperaturen unter dem Nullpunkt und sorgen für einen winterlichen Anblick wie auch Glatteis und gefährliche Rutschpartien. Doch am Dienstag, 20. Dezember, legt das Wetter eine scharfe Wendung hin und steuert auf milderes Klima zu. Mit Wolken, Wind und Regen soll die Temperatur im Laufe des Tages auf fünf bis 13 Grad klettern und die Eis- und Schneeflächen zum Schmelzen bringen. Bis sich die Situation auf den Straßen entspannt, rät der Deutsche Wetterdienstes (DWD) allerdings zu Geduld und Vorsicht.

Wetterumschwung: Erdboden tief gefroren – Eis und Schnee weichen langsam milden Temperaturen

Trotz leichter Plus-Grade dauert es, bis sich diese auch bemerkbar machen, so der DWD. Nebenstraßen und deren Geh- und Radwege seien oft noch lebensgefährliche Flächen aus Schnee und Eis, die man meiden sollte. Streu- und Räumdienste sind weiterhin auf den Hauptverkehrsrouten im Einsatz.

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Frauenkirche mit Schnee München
Winterfreunde sollten den Anblick des eingeschneiten Münchens nochmal richtig genießen. Denn morgen soll der Zauber Vergangenheit sein. © Christian Offenberg/imago

„Brandgefährliche Wetterlage“ – Trotz Plusgraden raten Experten zu Vorsicht

Zwar übersteigt die Temperatur den Nullpunkt bereits um ein paar Grad, der Erdboden ist jedoch noch Zentimeter tief gefroren. Derweil hat sich in den höheren Luftschichten schon warme Luft festgesetzt, sogenannte Wetterlageninversionen. Diese führt zu Regen, welcher wiederum auf dem eisigen Boden schlagartig festfriert – „eine brandgefährliche Wetterlage“ für die Wetter-Experten. Nordbayern, speziell Franken, hat dieses Phänomen bereits fest im Griff. Der DWD hat daher für Montag, 19. Dezember, wegen der „Glättegefahr mit Gefährdungspotenzial durch gefrierenden Regen“ amtliche Warnungen ausgesprochen. Im Nord-Westen des Landes soll im Laufe des Tages zusätzlich Eisregen den Verkehr beeinträchtigen. Bayern bleibt von letzterem voraussichtlich verschont.

Sturmböen und Frühlingstemperaturen an Heiligabend – Schneefall unwahrscheinlich

Der Trend vom milden Klima reist laut Prognosen des DWD in der zweiten Wochenhälfte bis Weihnachten nicht ab. Am 24. Dezember rechnet das Wetterinstitut mit bis zu 15 Grad in einigen Regionen Bayerns – Temperaturen, die eigentlich erst im März wieder erwartet wurden. Auch in München werden am 24. Dezember zweistellige Plusgrade erwartet. Die dicken Jacken sollte man allerdings weiter griffbereit halten. Denn das fast frühlingshafte Klima hat nach der Wettervorhersage ein „hohes Sturmpotenzial“ mit starken Böen bis zu 100 km/h. Weiße Weihnachten wird dieses Jahr laut dem DWD somit „extrem schwer“, auch im etwas kälteren Norden Deutschlands. Ganz auszuschließen ist eine neue Kältewelle jedoch nicht. Spätestens nach der Heiligen Nacht deuten Wetterprognosen darauf hin, dass die Temperaturen wieder sinken.

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