Weiße Welle kommt auf die Stadt zu

Schnee-Alarm am Wochenende: München wappnet sich

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Schneetreiben in Straubing: Ein Mann geht mit seinem Hund bei winterlichen Verhältnissen Gassi.

Der Winter ist zurück! Das Schneegestöber am Mittwoch war nur der Anfang eines heftigen Wetterumschwungs. Doch München ist gerüstet - dank Necati Aslan und seinen Kollegen.

München - Necati Aslan liebt seinen Job: Seit 30 Jahren kümmert sich der 50-Jährige um die Wartung der Streufahrzeuge auf dem Bauhof in Obersendling. Mit einem Schaufelbagger befüllt der Münchner jeden Abend Anhänger mit Salz, damit seine Kollegen in der Früh gleich loslegen können. Im Moment laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Denn zum Wochenende soll’s verstärkt schneien!

In den vergangenen Tagen hat sich der Himmel von seiner unentschlossenen Seite gezeigt: Sonne, Schneeregen und Regen gingen nahtlos ineinander über. Für den städtischen Winterdienst hat die Wintersaison allerdings schon im November begonnen: Um zu verhindern, dass wir über Nacht in einer Flut aus weißen Wogen versinken, hat sich die Stadt gut vorbereitet - in sechs Hallen lagern mehr als 600 Fahrzeuge, 13.600 Tonnen Streusalz und 3000 Tonnen Streusplitt. Auf den Straßen sorgen mehr als 1000 Einsatzkräfte für Ordnung.

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Winterdienstler rücken teilweise vor 4 Uhr aus

Bei Schneefall von mindestens drei Zentimetern oder der Gefahr von Straßenglätte rücken die Winterdienstler um 4 Uhr morgens aus, bei Bedarf sogar noch früher. Necati Aslan sorgt dafür, dass seine Kollegen pünktlich anfangen können. Wenn der Bauhofwart seinen Arbeitsplatz betritt, geht ihm jeden Morgen das Herz auf, erzählt er. „Der Job bietet alles, was ich mir wünsche - ich bin unter Menschen, an der frischen Luft und trage dazu bei, dass der Berufsverkehr auch im Winter reibungslos rollt.“

In den Zuständigkeitsbereich des städtischen Winterdienstes fallen alle Fahrbahnen, Plätze, Fußgängerzonen, Geh- und Radwege innerhalb (und einschließlich) des Mittleren Rings sowie dem Kernbereich von Pasing. Oberste Priorität haben die in etwa 10.000 Fußgängerüberwege sowie die rund 250 Gefahrenstellen, zu denen unter andrem Haltestellen zählen.

Obwohl Necati Aslan über die Jahre hinweg „schon eine ganze Menge erlebt hat“, ist er vor jedem großen Schneesturm aufgeregt. Nicht ängstlich, nein, „sondern voller Vorfreude.“ „Der Schnee kann kommen“, sagt er mit einem Schmunzeln, „bis jetzt haben wir noch alle Herausforderungen gemeistert...“

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Necati Aslan hilft seit 30 Jahren mit, dass unsere Straßen von Schnee und Eis befreit werden - mit Salz.

Bayern rutscht

Mit 70 Stundenkilometern ist Helmut Grasel am Mittwoch mit seinem 40-Tonner über die A93 Richtung München gerollt, als plötzlich Autos vor ihm auftauchten, die wegen der Glätte quer über die Fahrbahnen standen. Wegen der dicken Eisschicht auf der Autohahn konnte Grasel nicht mehr rechtzeitig bremsen und krachte in einen Lastwagen der vor ihm auf der linken Fahrbahnseite stand.

Das, was Helmut Grasel am Mittwoch passiert ist, war kein Einzelfall: Vor allem den Lastwagenfahrern wird der Mittwoch als wahrer Horror-Tag im Gedächtnis bleiben. Besonders hart hat es die Trucker getroffen, die am späten Vormittag auf der A93 unterwegs waren. Zwischen Pentling (Landkreis Regensburg) und Saalhaupt (Landkreis Kelheim) hat sich die Fahrbahn nach starkem Schneefall in eine einzige Rutschpiste verwandelt. Alleine im Regensburger Bereich kollidierten fünf Lastwagen und etwa fünf Autos. „Es war spiegelglatt, ich konnte weder lenken noch bremsen“, kommentiert das ein Brummi-Fahrer.

Nur vier Kilometer weiter das gleiche Bild in Richtung Regensburg: Bei Saalhaupt krachten zwölf Autos und zwei Lastwagen ineinander. Wegen des plötzlichen Wintereinbruchs musste die Autobahn über mehrere Stunden voll gesperrt werden. Wie durch ein Wunder wurde niemand schwer verletzt.

In seinem Element: Necati Aslan hat derzeit deutlich mehr zu tun als in anderen Jahreszeiten.

Wetter-Experte: So winterlich wird‘s in den nächsten Tagen

Ein Tiefdruckkomplex über Mitteleuropa bringt langsam Kaltluft arktischen Ursprungs nach Bayern. „Donnerstagmittag sausen Sturmböen mit bis zu 90 Stundenkilometern durch München“, weiß Kai-Uwe Nerding vom Deutschen Wetterdienst. Am Wochenende entspannt sich die Lage voraussichtlich wieder. In der Nacht von Freitag auf Samstag ist mit Schneefall zu rechnen. „Im Umland sind bis zu drei Zentimeter Neuschnee möglich“, so Nerding. Frühaufsteher dürfen sich auch innerhalb der Stadt über eine traumhafte Winterkulisse freuen. Ob der Schnee lange liegen bleibt, ist fraglich. „Die Belagstemperaturen pendeln zwischen ein und maximal vier Grad“, so Nerding, „für eine dauerhafte Schneedecke bräuchte es Bodentemperaturen um den Gefrierpunkt.“ Und: Am Montag geht der Schnee wahrscheinlich schon wieder in Regen über.

S. Brenner, Video: Glomex

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