Droht uns der Jahrtausendwinter?

München - Es schneit – nichts Ungewöhnliches zum Ende Oktober hin; besonders, wenn es die Höhenlagen betrifft. Oder ist das bereits ein erstes Zeichen für das, was da bald hereinbricht?

 Vor drei Wochen jedenfalls machte ein in Deutschland eigentlich unbekannter russischer Wetter-Wissenschaftler mit dem Namen Vadim Zavodchenkov erstmals seine Theorie bekannt. Er hält es für möglich, „dass der kälteste Winter in Europa seit 1000 Jahren bevorsteht“.

Und seither wird – auch hierzulande – jede weiße Flocke mit Argusaugen beobachtet. Zurecht? Dominik Jung, Diplom-Meteorologe vom privaten Internetdienst wetter.net denkt jedenfalls, „dass wir in den kommenden Monaten mit eisiger Polarluft überschüttet werden“. Gleichwohl sei dies nur ein Trend mit einer Sicherheit von 70,4 Prozent und keine echte Prognose. Als Grund für den Super-Winter nennen aber die beiden Wissenschaftler eine mögliche Abschwächung des Golfstroms. Mit dem gelangt warmes Wasser aus der Karibikregion in den Nordatlantik, dort gibt er dann seine Wärme ab (siehe Stichwort).

Tipps für kalte Tage

Tipps für kalte Tage
Reichlich Wasser trinken gilt im Winter genauso wie in den heißen Sommermonaten. Der Kreislauf braucht bei tiefen Temperaturen genauso viel Flüssigkeit wie bei höheren Temperaturen. © dpa
Tipps für kalte Tage
Kaffee wärmt zwar für kurze Zeit, verschlechtert aber auf lange Sicht die Durchblutung. Die Folge: man friert weiter. © dpa
Tipps für kalte Tage
Schnaps soll angeblich gegen die klirrende Kälte helfen - ein Irrglaube. Alkohol ist bei Minus-Temperaturen sogar gefährlich, weil er die Blutgefäße weitet. Wer getrunken hat, merkt oft nicht, dass der Körper auskühlt. © dpa
Tipps für kalte Tage
Mal abgesehen von den vielen giftigen Stoffen in Zigaretten, verengt das Rauchen auch die  Blutgefäße und lässt die Hauttemperatur sinken. Raucher frieren also schneller. © dpa
Tipps für kalte Tage
Rohkost ist gesund - in der kalten Jahreszeit kühlt sie den Körper allerdings aus. Wer es warm haben will, greift lieber zu Suppen und Eintöpfen . © dpa
Tipps für kalte Tage
Wichtig für die Körperwärme von innen ist Vitamin E. Es ist zum Beispiel in Vollkornprodukten, Nüssen, Weizen- und Maiskeimöl enthalten. Auch heiße Schokolade hilft. © dpa
Tipps für kalte Tage
Warm einpacken hilft Menschen zwar gegen die Kälte, Hunde sollten aber nur dann Kleidung tragen, wenn sie entweder sehr klein oder krank sind. © dpa
Tipps für kalte Tage
Kaum Sorgen müssen sich Katzenliebhaber um ihre Vierbeiner in den kalten Monaten machen: Die Tiere wissen genau, wie viel Kälte sie vertragen. © dpa
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Kinder spielen in der kalten Jahreszeit gerne im Schnee. Da sie oft jedoch nicht merken, dass sie auskühlen, sollten die Eltern darauf achten, dass ihre Sprösslinge nicht zu lange draußen bleiben. © dpa
Tipps für kalte Tage
Frische Luft ist für Kleinkinder gesund - auch bei Minustemperaturen. Wenn die Kinder über vier Wochen alt sind, steht einem ausgedehnten Spaziergang nichts im Wege. Allerdings sollte man das Kind warm anziehen und das Gesicht mit einer Wetterschutzcreme einfetten. © dpa
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Wer auch bei sibirischen Temperaturen Schmuck tragen will, sollte wissen, dass Metall bei Minustemperaturen an der Haut festfrieren kann. Also lieber auch mal ohne Ohrringe auf die Straße gehen. © dpa

Stichwort Golfstrom:

Der Golfstrom ist eine warme Meeresströmung im atlantischen Ozean, die ihren Ursprung nördlich der Bahamas hat, wo sich der Floridastrom und der Antillenstrom vereinigen. Nachdem der Strom im Golf von Mexiko gewaltig Wärme aufgetankt hat, fließt er von der Küste Nordamerikas weiter nach Europa, wo er zum Nordatlantikstrom wird. Unglaublich: Der Strom befördert mehr als einhundertmal so viel Wasser, wie über alle Flüsse der Erde zusammen ins Meer fließt. Und er transportiert dabei eine Energiemenge, die ungefähr der von vier Millionen (!) Kernkraftwerken entspricht. Quelle: wikipedia

Der Golfstrom – er ist die Fernheizung von Mittel- und Nordeuropa, doch auch ein fragiles System. Jung vertritt zudem die Ansicht, dass eben dieses System durch den massiven Einsatz des Bindemittels Corexit bei der BP-Ölkatastrophe negativ beeinflusst wurde. „Das könnte ein Grund sein, warum der Golfstrom nicht mehr gleichmäßig fließt und am äußeren Küstenabschnitt von North Carolina regelrecht auseinanderbricht.“ Die russischen Behörden sollen sich bereits auf die prophezeiten Extrem-Bedingungen einstellen. Besondere Sorge gilt dort den Obdachlosen. Doch: Andere Wetterexperten wie Mojib Latif, Klimaforscher am Leibniz-Institut der Uni Kiel, sieht den Golfstrom immer noch stabil. Und Josh Willis von der NASA glaubte im März den Strom sogar gestärkt. Ja, was denn nun? Der Deutsche Wetterdienst beschwichtigte am Montag: „Natürlich kann der kommende Winter der kälteste seit 100 oder 1000 Jahren werden. Er kann aber auch genausogut der mildeste seit 1000 Jahren werden“, so Diplomphysiker Ansgar Engel.

Immerhin gebe es ein paar langfristige Vorhersageregeln, die Trefferquoten über dem Zufallsprinzip liefern würden. So folge in Mitteleuropa einem deutlich zu warmen Oktober, der zudem auch trockener als im klimatologischen Mittel war, recht häufig ein kalter Januar. „Mit einer Trefferquote von zwei Drittel ist das schon ein recht brauchbarer Hinweis für eine Langfristenvorhersage.“ Und weiter zur Verdeutlichung: „Der langen Rede kurzer Sinn – wie der kommende Winter ausfällt, weiß letztlich niemand. Lassen wir es einfach auf uns zukommen.“

So wird das Wetter: 25 Bauernregeln zum Durchklicken

 © dpa
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Das ist natürlich ein volle Breitseite gegen die anderen Meteorologen. Dominik Jung dazu: „Lassen wir es auf uns zukommen – was das bedeuten kann, konnten Tausende im Winter-Schneechaos 2009/2010 am eigenen Leib verspüren.

MC

So soll das Wetter diese Woche werden

Bei diesem Wetter bibbert jeder – und es heißt auch weiterhin, in die dicke Jacke schlüpfen. „In der kommenden Woche stehen uns typische Inversionswetterlagen ins Haus“, erklärt Wetterexperte Dominik Jung von wetter.net. Heißt: Die oberen Luftschichten sind wärmer als die unteren. Es bleibt also ungemütlich, so die Meteorologen. Nachts bilden sich häufig Boden- oder Hochnebel, die sich tagsüber nur langsam oder gar nicht auflösen. In den nächsten Tagen gibt es dadurch zwar auch sonnige und milde Orte, aber meist frostig-kalte, wo selbst am Nachmittag nur fünf Grad erreicht werden. Für Bergfexe dürfte eins interessant sein: Auf den Gipfeln der Mittelgebirge kann sich fast immer die Sonne durchsetzen. So ist es in den Tälern neblig, oben am Berg aber oft sonnig.

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