Wenn wir jetzt nicht umdenken ...

Erschreckende Aussichten für das Wetter: Report deutet aufwühlendes Szenario an - bereits in Bayern zu spüren

Viel Regen in kurzer Zeit auf kleiner Fläche – das hat etwa zur Katastrophe von Simbach am Inn im Jahr 2016 geführt
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Viel Regen in kurzer Zeit auf kleiner Fläche – das hat etwa zur Katastrophe von Simbach am Inn im Jahr 2016 geführt.

Trockene Sommer, schneearme Winter – und immer wieder Starkregen: Die Folgen des Klimawandels sind in Bayern bereits deutlich zu spüren. Das passiert, wenn wir nicht gegensteuern.

Update vom 24. Februar 2021, 18.00 Uhr: Es ist eine düstere Prognose: Bis zum Jahr 2100 könnte die Durchschnittstemperatur in Bayern um bis zu 4,8 Grad ansteigen (siehe unten). Damit wurden bisherigen Prognosen aus dem Jahr 2015 für Bayern noch einmal um 0,3 Grad nach oben geschraubt. Glauber: „Wir sind herausgefordert, das Thema mit ganzer Kraft anzugehen. Der Klimareport lässt aufhorchen.“ Welche konkreten Folgen kann das für die Menschen in München haben, wenn alles so weiter läuft, wie bisher? Ein Ausblick:  

Klimawandel in Bayern: Wetter-Vorboten stellen Probleme in Aussicht

Heftigere Niederschläge: Beim durchschnittlichen Jahresniederschlag haben die Forscher keine signifikante Veränderung festgestellt. Aber der Regen werde künftig anders fallen, prognostiziert Tobias Fuchs vom Deutschen Wetterdienst. „Der Regen wird sich vom Sommer in den Winter und den Frühling verlagern.“ Außerdem werden die Starkregenereignisse zunehmen. Viel Regen in kurzer Zeit auf kleiner Fläche – das hat etwa zur Katastrophe von Simbach am Inn im Jahr 2016 geführt.

Immer mehr Hitzetage: Zwischen 1971 und dem Jahr 2000 gab es in Bayern im Schnitt vier sogenannte Hitzetage pro Jahr. Das sind Tage, an denen das Thermometer mehr als 30 Grad anzeigte. Im Alpenvorland könnten gemäß der Prognose bis zum Jahr 2100 weitere 27 solcher Hitzetage hinzukommen, sagt Richard Fackler vom LfU. In der Mainregion sogar 45. Werde das Zwei-Grad-Ziel aus dem Pariser Klimaabkommen eingehalten, nehme die Zahl der Hitzetage immer noch zu.

Wandel im Tourismus: Vorausgesetzt, die Lifte dürften laufen, wäre für die Sportler in der Bergen der Klimawandel spürbar. Hoch gelegene Winterurlaubsorte haben Schneesicherheit, tiefer liegende nicht. Hier brauche es künstliche Beschneiung. Auf der anderen Seite bringt der Klimawandel auch positive Veränderungen: Hohes Entwicklungspotenzial bieten der Erholungs-, Gesundheits- und Wellness-Sektor. Im Sommer könnte die Destination Bayern punkten - wenn es Touristen am Mittelmeer zu heiß wird. Insgesamt wird die Sommersaison länger.

Klimawandel: Gesundheitliche Auswirkungen drohen Bayern und der ganzen Welt

Behinderungen im Verkehr: Das Klima hat einen großen Einfluss auf den Verkehr. So hat die Deutsche Bahn 2015 festgestellt, dass sie von den Auswirkungen des Klimawandels so stark betroffen sei, wie kein anderes großes Unternehmen in Deutschland. Starke Niederschläge, extreme Temperaturen und Sturm lassen den Schienenverkehr zusammenbrechen. Beispiel: die zehntägige Einstellung des Schienenverkehrs im Oberlandnetz im Januar 2019. Trockenheit sorgt dagegen für Niedrigwasser, das die Binnenschifffahrt behindert. Als Nadelöhr gilt etwa der Donauabschnitt zwischen Straubing und Vilshofen.

Gefahr für die Gesundheit: Herz-Kreislauferkrankungen können sich bei Hitzewellen verschlimmern. Steigen die Außentemperaturen binnen eines Tages um mehr als fünf Grad, wächst die Herzinfarktgefahr für Menschen mit Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen um rund 60 Prozent. Dazu kommen Haut- und Augenerkrankungen durch erhöhte UV-Strahlung, Allergiker macht der Pollenflug zu schaffen. Zudem werden Infektionskrankheiten aus anderen Teilen der Erde eingeschleppt.

Was Bayern jetzt plant: Als Reaktion müssten die Klimaschutz-Ziele in Bayern „nach oben geschraubt werden“, betonte Minister Thorsten Glauber. Schwerpunkte seien die Bereiche natürlicher Klimaschutz - wie etwa Schutz der Moore, kommunaler und internationaler Klimaschutz sowie erneuerbare Energien. Dafür sei die Ausstattung staatlicher Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen ab 2022 unverzichtbar. Auch auf gewerblichen und privaten Dachflächen müssten deutlich mehr Anlagen gebaut werden.   

Wetter: Klimawandel in Bayern - Experten legen beunruhigende Fakten dar

Erstmeldung:

München - Temperaturen von knapp 20 Grad, Rekord-Werte von Hamburg bis Kempten. Der Februar in diesem Jahr zeigt sich heuer ungewöhnlich warm. Nachdem der Monat mit tief-winterlichen Bedingungen begonnen hatte, ist die Witterung jetzt eine, die man erst im April erwartet. Dass sich das Klima ändert, ist laut Experten unumstritten, jetzt wurde in München der neue Klima-Bericht für Bayern präsentiert.

Bis zum Jahr 2100 erwarten Experten in Bayern wegen des Klimawandels einen Anstieg der Durchschnittstemperatur von bis zu 4,8 Grad Celsius. Zu diesem Ergebnis kommt der am Mittwoch in München vorgestellte Klima-Report 2021, der damit die bisherigen Prognosen aus dem Jahr 2015 nochmals um 0,3 Grad nach oben korrigiert. Dabei wird vorausgesetzt, dass keine Klimaschutzmaßnahmen ergriffen werden. Als Referenzzeitraum gilt in dem 196 Seiten umfassenden Bericht die Spanne von 1971 bis 2000.

Dürre könnte sich in Bayern zu einem Problem entwickeln.

Klimawandel: Wetter-Extreme sollen sich häufen - Bericht mit schockierenden Vorhersagen

„Wir sind herausgefordert, das Thema mit ganzer Kraft anzugehen. Der Klimareport lässt aufhorchen“, sagte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler). Er sieht im Report nicht nur einen Handlungsauftrag, sondern auch eine Bestätigung für das Ziel, den Freistaat bis spätestens 2050 klimaneutral aufzustellen. Denn noch kann der längst eingesetzte Klimawandel zumindest noch abgemildert werden, heißt es. Sollte das Pariser Klimaabkommen weltweit erfolgreich umgesetzt werden - die Chancen gelten nicht gerade als besonders hoch - würde die Temperatur in Bayern spätestens ab 2050 nicht mehr nennenswert steigen. Im Mittel wären dies 1,1 Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts.

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