Schwere Schäden im Süden

Unwetter-Walze trifft vor allem Münchner Umland: Hagel und Starkregen hinterlassen Schneise der Verwüstung

Da hat sich was zusammengebraut! Heftige Unwetter mit Starkregen und Hagel sind in der Nacht auf Dienstag über München und das Umland gezogen, haben vor allem im Süden schwere Schäden hinterlassen.

München - Und es geht so weiter: Auch Dienstagnachmittag gab’s schwere Gewitter. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) löste Katwarn aus. Das Hagel-Unwetter sorgte für unwirkliche Szenen am Starnberger See*. Für die nächsten Tage sagen Experten erneut Unwetter und „extrem heftigen Starkregen“ voraus. Wir erleben einen Sintflut-Sommer!

Wetterexperte: München hat einfach Glück gehabt

Vor allem in Wolfratshausen entlud sich die Schwüle in schweren Unwettern*. Faustgroße Hagelkörner beschädigten Autos und ließen Fensterscheiben bersten. Wegen des Starkregens wurden Straßen überschwemmt und Keller überflutet. Auch in den Landkreisen Weilheim-Schongau und Starnberg sorgten Hagel und Starkregen für Verwüstung. München selbst kam noch relativ glimpflich davon, aber auch hier musste die Feuerwehr 50 Mal zu Einsätzen ausrücken – etwa um Keller auszupumpen und umgestürzte Bäume zu beseitigen. „Wie genau die Gewitterfront verläuft, ist Zufall – München hat einfach Glück gehabt“, sagt Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.

In Feldafing rückte man sogar mit Traktoren an, um den Hagel wegzuschaufeln.

Extrem Wetterlage in München - Unwettergefahr besteht weiter

Ein ganz schönes Rauf und Runter: Während der April und Mai im Vergleich deutlich zu kühl ausfielen, ist der Juni bislang um 4 Grad zu warm. In München gab es etwa am 18. Juni 32,3 Grad. „Das ist eigentlich erst typisch für den Hochsommer Ende Juli/Anfang August“, sagt Jung. Bei einer so extremen Wetterlage kann es dann auch mal rumpeln: Die warme Luft steigt nach oben in kühlere Lagen – „genau zwischen diesen warmen und kühlen Luftmassen bilden sich wegen der entstehenden Energie immer wieder Gewitter“, sagt Jung.

Zwar kann man aufgrund der aktuellen Wetterlage nicht direkt auf den Klimawandel schließen. Aber, so Jung: „Ein wesentliches Merkmal ist, dass Extreme zunehmen – und das zeigt sich gerade ganz deutlich.“

Auch in den nächsten Tagen wird ordentlich was runterkommen: „Es besteht weiter Unwettergefahr“, warnt Jung. Vor allem heute und am Donnerstag drohen bei Höchstwerten um 24 Grad Gewitter mit Hagel und Starkregen, insbesondere im Süden Münchens. Am Wochenende ist der Gewitterspuk wohl erst mal vorbei. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Noch mehr Nachrichten aus München lesen Sie in unserem brandneuen München-Newsletter.

Rubriklistenbild: © Andrea Jaksch/stam

Auch interessant

Kommentare