Freitag ist Siebenschläfer

Wetter-Prognose: So wird der Sommer 2014

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Sieben Wochen Regen oder Sonnenschein? Von allem ein bisschen was, ist wohl die treffendste Vorhersage. 

München - Am Freitag ist Siebenschläfer. "Wie das Wetter am Siebenschläfertag, so es in den kommenden sieben Wochen bleiben mag“, sagt die Bauernregel. Aber stimmt das auch?

Angenehme 24 Grad Celsius hat es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) am Freitag im Großraum München, bei wenigen Wolken und viel Sonne. Eigentlich eine ganz normale Wettervorhersage - und dann ist sie vielleicht doch spielentscheidend für den Sommer 2014.

Denn am Freitag ist Siebenschläfer. Der Name hat übrigens nichts mit dem possierlichen Nager zu tun. Er erinnert vielmehr an eine christliche Sage, nach der sieben junge Christen im Zuge der Christenverfolgung im Römischen Reich um 250 in einer Höhle eingemauert wurden. 195 Jahre später hat man sie zufällig entdeckt und sie sind wieder aufgewacht. Das war angeblich am 27. Juni 446. Daher der Siebenschläfertag.

Die Bauernregel kam später dazu und bezieht sich eigentlich auf den 7. Juli des heutigen Kalenderjahrs. Daran ist wiederum die Kalenderreform von Papst Gregor XIII. schuld. Trotzdem hat der kommende Zeitraum, also Ende Juni bis Anfang Juli, durchaus meteorologische Relevanz, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net. Für München geht Jung sogar von einer Eintreffwahrscheinlichkeit von 80 Prozent aus.

Nun wird es in den nächsten Tagen laut DWD recht wechselhaft, Sonne und Wolken wechseln sich ab, Regen gibt es auch über München, zumindest kommt dort spätestens am Sonntag ein Tiefdruckgebiet an. Dann soll es aber auch wieder recht warm werden - wechselhaft eben. Jungs Fazit ist daher wenig überraschend: "Wenn wir uns auf die Siebenschläferregel beziehen, dann sieht es nach leicht wechselhaftem, regional aber auch relativ warmen Sommerwetter aus."

Eine etwas differenziertere Erklärung bietet das Wetterlexikon des Deutschen Wetterdienstes. Hier werden zwei mögliche Wetterlagen für den Siebenschläferzeitraum angegeben. Möglichkeit eins: Ein stabiles Hoch über den Azoren und ein Tief über Island - also einen hohen Druckunterschied zwischen Norden und Südwesten. Das bayerische Wetter kommt dann meistens aus westlicher Richtung.

Wenn das der Fall ist, greift auch die Siebenschläferregel mit hoher Wahrscheinlichkeit. Ist es aber nicht, weiß der Münchner Diplom-Meteorloge Gerhard Hofmann vom DWD: "Westwetter ist im Moment gar nicht drin. Wir haben ein Tiefdruckgebiet über Mitteleuropa, das sich bis zu den Azoren erstreckt." Und das scheine auch so zu bleiben und bedeute für die Siebenschläferregel eine Wahrscheinlichkeit von "ein bisschen mehr als die Hälfte", knapp fifty-fifty also.

Daher: Wenn es die nächsten Tage doch mal regnen sollte, lohnt kein all zu sorgenvoller Blick in den Himmel. Die Aussagekraft auf die nächsten sieben Wochen ist begrenzt. Und die derzeitige Südost-Wetterlage bedeutet übrigens nichts schlechtes. Eher wärmere Temperaturen, mit ein wenig unbeständigerem Wetter - wechselhaft eben, aber warm. Nur mit Siebenschläfer hat das wenig zu tun. Und außerdem: Ein bisschen Abwechslung tut im Sommer doch immer gut.

Klaus-Maria Mehr

Und so wird das Wetter in ihrer Region

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