So verrückt war das Wochenend-Klima

Der Wetter-Wahnsinn in München und Bayern

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Riesenglück: Zwei Frauen entstiegen dem Auto unverletzt.

München - In München und Bayern wüteten am Wochenende die Orkane "Elon" und "Felix". Die Feuerwehr musste hunderte Male ausrücken. Lesen Sie hier die Bilanz der vergangenen Tage.

In München:

Fast 300-mal schrillte bei der Berufsfeuerwehr München zwischen Freitag, 12 Uhr, und Sonntagfrüh die Alarmglocke. Die spektakulärsten Einsätze am Freitag waren dabei ein umgestürztes Baugerüst in der Ismaninger Straße, das auch die Oberleitung der Tram abgerissen hatte, mehrere in Schieflage geratene oder ganz umgestürzte Bäume. Riesenglück hatten zwei junge Frauen: Auf ihren Opel Corsa war in der Friedrich-Eckart-Straße eine Fichte gestürzt. Die beiden 25-Jährigen entstiegen dem Auto jedoch nahezu unverletzt, wie eine Untersuchung im Rettungswagen ergab.

Am Samstagmorgen geriet an der Kreuzung Radolfzeller Straße und Mainaustraße ein Maibaum in gefährliche Schieflage. Ein Kranwagen der Feuerwehr sicherte den Maibaum und legte ihn schließlich sicherheitshalber um.

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Großes Glück hatte auch ein 74 Jahre alter Mann in Englschalking. Der Senior war zur Beseitigung eines Sturmschadens auf das Dach seines Einfamilienhauses geklettert. Gesichert hatte er sich mit einem Seil, das er sich um den Bauch geknotet hatte. Das andere Ende schlang er um den Kamin. Prompt rutschte der Mann ab und fiel vom Dach. Seine Sicherungsleine hielt zwar sein Gewicht aus, doch baumelte er hilflos knapp unterhalb der Dachrinne. Alarmierte Polizeibeamte stützten den Mann von einem Fenster aus, bis die Feuerwehr kam und den entkräfteten Mann barg.

In Bayern:

Umgeknickte oder entwurzelte Bäume, blockierte Bahnstrecken und einige abgedeckte Dächer: Das Orkantief „Elon“ hat am Wochenende kräftig in Bayern gewütet. Tauwetter ließ vor allem in Niederbayern und der Oberpfalz die Pegel der Flüsse steigen, einzelne Überschwemmungen waren die Folge. In den bayerischen Skigebieten wie Sudelfeld, Spitzingsee, Wallbergbahn sowie Zugspitze und Brauneck blieben die Lifte zum Teil am Samstag und Sonntag stehen, zu sehr tobte der Sturm mit bis zu 160 Stundenkilometern übers Land.

Nördlich von Bamberg und bei Garmisch-Partenkirchen behinderten umgestürzte Bäume den Zugverkehr. Weil Züge wegen des Sturms und möglicher Hindernisse teilweise langsamer fahren mussten, kam es immer wieder zu Verspätungen.

Währenddessen kletterte das Thermometer von milden 9 Grad am Freitag auf frühlingshafte 18 Grad am Samstag, um dann am Sonntag wieder auf 5 bis 1 Grad Celsius zu stürzen. Rekordtemperaturen im Januar! Der Ort Piding im Kreis Berchtesgadener Land war am Samstag Spitzenreiter mit 20,5 Grad – der wärmste Tag im Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. „Die Menschen auf der Straße tragen T-Shirts, Frühsommergefühle“, schilderte ein Augenzeuge den Samstag in Berchtesgaden.

Für die Windsurfer am Chiemsee hatte der Sturm einen positiven Effekt: Bei Sonnenschein konnten sie in hohen Wellen und mit großem Tempo über das bayerische Meer brettern.

Das Chaos hat bald ein Ende

Das Wetter-Chaos hat im Laufe der Woche ein Ende. Laut Metereologe Dominik Jung von wetter.net beruhigt sich die Großwetterlage ein wenig. „Bis Mitte der Woche bleibt es trocken bei milden Temperaturen, uns erwartet ein Mix aus Wolken und Sonne.“ Der Sturm klinge nun ab, ein neues Sturmtief sei nicht in Sicht. Dafür zieht am Donnerstag Regen auf, auch sinken die Temperaturen wieder in den einstelligen Bereich von 6 Grad Celsius. Zum Wochenende hin könne es laut Dominik Jung sogar so kalt werden, dass es bis in die Täler hinein schneit.

aw/vp

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