„Ehm ... ob er das ernst meint“

Münchner macht WhatsApp-Konversation mit Kunde öffentlich und kriegt verbale Haue - „Sehr unprofessionell“

Ein öffentlich gewordener WhatsApp-Wechsel sorgt für Diskussionen. War es unangemessen, den Kunden so bloß zu stellen?

  • Ein Fotograf aus München bekam eine WhatsApp-Anfrage eines Interessierten.
  • Die Überraschung: Der Kunde will sein Tinder-Profil aufmotzen.
  • Dass er derart bloßgestellt wird, finden nicht alle gut.

München - Bei der App Jodel sorgt ein WhatsApp-Wechsel für Verwunderung und auch für Diskussionen. Reingestellt hat ihn offenbar ein professioneller Fotograf aus München. Natürlich ist nicht bestätigt, dass sich all das so zugetragen hat, weil die App anonym ist - es deutet aber auch nichts auf einen Fake hin.

„Ehm ... ob er das ernst meint“, fragt sich der Fotograf zum WhatsApp-Screenshot. Und es wird klar, was er meint. Ein Kunde schickt eine Preis-Anfrage für schöne Bilder von sich. Der Fotograf verweist auf seine Homepage und darauf, dass aufgrund der Corona-Situation nur Draußen-Shootings möglich seien. „Oder gibt es einen besonderen Anlass für die Bilder?“

WhatsApp-Schreiber will Tinder-Profil aufmotzen - und fragt bei Fotograf aus München an

Die Antwort ist erstaunlich offen: „Ne kein Anlass, brauche bessere Bilder für Tinder. Meine aktuellen funktionieren nicht. Draußen passt.“ Jemand möchte also viel Geld in die Hand nehmen, um sein Profil bei der Dating-App Tinder zu pimpen. Wie viel, das verrät der Fotograf in den Kommentaren. „Grundgebühr sind bei mir 139 Euro und dann kommen die Bilder drauf, die sich die Person aussucht. Da sind wir dann je nach Mengenstaffel bei 16-20 Euro pro Bild.“

Der WhatsApp-Kunde möchte bessere Bilder für Tinder.

Den Spott für den WhatsApp-Kunden, den der Fotograf entfacht, kann aber nicht jeder teilen. „Ich denke, das ist die volle Ehrlichkeit“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer meint: „Ich finde das eigentlich einen ziemlich guten Grund, genauso wenn jemand anfragen würde für Insta-Bilder zum Beispiel. Ist doch allemal geiler, wenn da gut bearbeitete Bilder in High Quality sind als so lächerliche Snaps mit Filter.“

WhatsApp-Schreiber will Tinder-Profil aufmotzen - Fotograf aus München stellt ihn bloß

Der Fotograf kriegt sogar Haue, weil er den WhatsApp-Chatverlauf veröffentlicht hat. „Find das auch nen guten Grund und sehr unprofessionell von dir, das hier so bloßzustellen“, meckert ein Nutzer.

Doch es gibt unterschiedliche Ansichten, ob nicht private Schnappschüsse einen besseren Eindruck machen bei Tinder. „Also ich wisch Typen, die so Fotoshooting-Fotos drin haben immer direkt nach links“ - heißt: Solche Leute sind automatisch durchgefallen. Ein Münchner Student bat die tz um Hilfe, weil er nach einer bestimmten Frau sucht. (lin)

Rubriklistenbild: © Jodel

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