„Beim Einparken zittern mir die Hände“

Anwohner klagen an: Raser-Nächte auf der Widenmayerstraße

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Tina Rönnberg und Katharina Höder (r.) auf der Widenmayerstraße: Die Anwohner klagen über Raser und ständigen Lärm.

Wenn die Sonne untergeht, wird es laut an der Widenmayersraße. Denn dann beginnt die Zeit der Raser. Für die Anwohner werden deshalb besonders die Nächte zum Horror. 

München - Als Katharina Höder an einem Samstagmorgen in ihren drei Monate alten Neuwagen steigen wollte, stand der an der Widenmayerstraße um zwei Fahrzeuglängen versetzt in der Feuerwehranfahrtszone. „Dort hatte ich ihn sicher nicht geparkt“, berichtet Höder. Grübelnd ging sie auf das Auto zu und entdeckte einen Zettel der Polizei am Scheibenwischer. Darauf die Info, jemand habe ihr Auto von hinten angefahren. „Zum Glück war es keine Fahrerflucht“, sagt Höder. Ihr Schaden wurde ersetzt.

Tina Rönnberg, ebenfalls Anwohnerin der Widenmayerstraße, hatte nicht so viel Glück. In den vergangenen drei Jahren sei ihr Fahrzeug drei Mal beschädigt worden, sagt sie. Einmal war ein Außenspiegel ab - Fahrerflucht. Ein zweites Mal hatte sie eine Schramme - Fahrerflucht. Die Anzeigen liefen ins Leere. Nur den dritten Schaden bekam sie ersetzt.

„Beschleunigungsrennen ab der Prinzregentenstraße“

Noch ärgerlicher ist für die Anwohnerinnen der Lärmpegel, der seit Jahren stetig steige. „Sobald sich die Straße am Abend beruhigt, fahren die Leute hier Beschleunigungsrennen ab der Prinzregentenstraße. Das hört man genau“, berichten Rönnberg und Höder übereinstimmend. Auch ein dritter Anwohner, der namentlich nicht genannt werden will, bestätigt das.

„Bei offenem Fenster zu schlafen, ist fast unmöglich“, sagt er, „ab dem späteren Abend werden ganz klar Rennen gefahren. Keiner hält sich da an die Geschwindigkeitsgrenze von 50 km/h. Und vor kurzem wurde ein parkender Porsche zu Schrott gefahren.“

Kleiner Sohn wacht von vorbeirasenden Autos auf

Den Lärm durch überhöhte Geschwindigkeiten kennt auch Höder: „Mit offenem Fenster zu schlafen ist mittlerweile unmöglich.“ Höder hat einen 14 Monate alten Sohn: „Wenn das Fenster offen ist, wacht er mitten in der Nacht von vorbeirasenden Autos auf. Ihn wieder einschlafen zu lassen ist schwierig.“ Ihr Mann finde wegen der dröhnenden Auspuffe keinen Schlaf und gehe regelmäßig mit Schlafdefizit in die Arbeit.

Die Anwohner beschweren sich auch über hohes Aggressionspotenzial auf der Widenmayerstraße. „Wenn jemand einparkt, hupen alle nachfolgenden Fahrer einen von der Straße“, sagt Rönnberg. Für Katharina Höder ist das Einparken inzwischen ein Nervenkrieg: „Wenn ich seitlich einparken möchte, zittern mir schon die Hände, weil ich Angst habe, dass wieder jemand zum Hupen anfängt.“

Anwohner fühlen sich von Polizei im Stich gelassen

Rönnberg und Höder wäre es am liebsten, wenn in der Nähe der Wohnungen feste Blitzanlagen installiert würden. Bisher fühlen sie sich von der Polizei im Stich gelassen. „In den letzten vier Jahren habe ich bei uns in der Nähe keine einzige Geschwindigkeits-Kontrolle gesehen“, sagt Rönnberg, „aber weiter hinten, an der Auffahrt zum Mittleren Ring, dort messen sie die Geschwindigkeit regelmäßig, also dort, wo niemand wohnt. Das verstehe ich nicht!“

Ein Polizeisprecher macht den beiden aber wenig Hoffnung auf feste Blitzer: „An der Widenmayerstraße wird regelmäßig kontrolliert und es gibt keine signifikante Statistik - die nötig wäre, um dort feste Blitzanlagen einzurichten.“ Der Bezirksausschuss (BA) Altstadt-Lehel hat die zuständigen Polizeiinspektionen schriftlich auf die Anwohner-Beschwerden hingewiesen und sie aufgefordert, in der BA-Sitzung im September Stellung zu nehmen.

Hüseyin Ince

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