Campus M21

Wie Münchner überall auf dem Globus helfen

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Medizinstudent ­Nikolas Haller vor Ort in ­Afrika.

Eine Welt – unsere Verantwortung: So lautet das Motto der Zukunftswoche am Münchner Campus M21, die am Montag begann. Die tz hat mit drei Münchnern gesprochen, die für eine bessere Welt kämpfen und an der Zukunftswoche direkt oder indirekt beteiligt sind. Sie zeigen, dass das Motto „Weltstadt mit Herz“ tatsächlich gilt.

München - Eine Welt – unsere Verantwortung: So lautet das Motto der ­Zukunftswoche am Münchner Campus M21, die am Montag begann. Die Studenten, Dozenten und Netzwerkpartner beschäftigen sich in ­Fachvorträgen, Workshops, Projekten und Ausstellungen mit den Themen Bildung und Chancen in anderen Ländern. Junge Menschen müssten ihre Verantwortung an den gesellschaftlichen Entwicklungen in der Welt ­überdenken, sagen die Veranstalter. Einer der Partner hierbei ist das Kinderhilfswerk Unicef. Die tz hat mit drei Münchnern gesprochen, die für eine bessere Welt kämpfen und an der Zukunftswoche direkt oder ­indirekt beteiligt sind. Sie zeigen, dass das Motto „Weltstadt mit Herz“ ­tatsächlich gilt. 

Für Kinder in Kenia

Das Schicksal zweier Kinder hat für Nikolas Haller (23) alles verändert: Als er vor einigen Jahren ein Pflegepraktikum in einem Kranken- und Waisenhhaus in Nairobi (Kenia) absolviert, lernt er Erick und seine Schwester Angela kennen. Erick verlor beide Eltern, als er ein Jahr alt war. „Die Kinder haben mich nicht mehr losgelassen“, sagt der Münchner Medizinstudent. Wieder in der Heimat angekommen, gründet er den Verein Matumaini for Africa (kenianisch für „Hoffnung“). Heute unterstützt dieser Verein nicht nur Erick und seine Schwester bis zum Ende ihrer Schulzeit. Die Spenden gehen an Waisen- und Straßenkinder in einem Vorort Nairobis und an das Kasarani Community Hospital. „Wir haben dort beispielsweise schon einen Krankenwagen angeschafft, einen Computerraum eingerichtet und die Schwestern-Ausbildungsstätte mit Büchern ausgestattet.“

Der Prinz mit der Friedensglocke

Er wünscht sich Glockenklang statt Waffenlärm – deshalb hat der Münchner Claude Mukadi (59) seine Stiftung Bell Amani (Bell für Glocken (englisch) und Amani für Frieden (Suaheli) genannt. Mukadi ist kongolesischer Prinz und offizieller Vertreter des afrikanischen Staates Benin. Er hat in München BWL studiert und lebt seit 29 Jahren hier. „Frieden beginnt in meiner Stadt“ ist sein Motto. Deshalb kümmert er sich nicht nur um Flüchtlinge in Togo. Er besucht auch junge Menschen in München und ganz Deutschland und spricht mit ihnen über Frieden.

Claude Mukadi


Erst der Fußball, dann das Gehirnjogging

Sobald Florian Zech (30) einen Fußball unter dem Arm hält, bekommt er die volle Aufmerksamkeit der Kinder in den Armenvierteln. Das hat der Bayer, der am Chiemsee aufgewachsen ist, früh gelernt. Heute nutzt er mit seinem Münchner Verein Amandla die Kraft des Fußballs, um die Bildung junger Menschen in Südafrika zu verbessern. Dafür hat er 2015 den Bundesverdienstorden bekommen.

„Ich hätte mir das nie träumen lassen“, sagt Zech. Die Idee sei 2006 entstanden, als er Auslandszivildienst in einem Waisenhaus in Kapstadt machte. „Ich merkte, dass die Kinder am Nachmittag dringend eine Beschäftigung brauchen, um sich nicht kriminellen Banden anzuschließen.“ 2008 ging alles auf einem Sandplatz los, aus dem bald grüner Rasen wurde. Immer mehr Kinder und Jugendliche kamen!

Der Fußball ist ein Magnet für Jungs und Mädchen. Das Projekt ist aber mehr als eine Sportveranstaltung. „Wir sind heute mehr ein Förder- und Bildungsprogramm“, so Zech. 6000 Kinder erreicht Amandla mit seinen drei sogenannten Safe Hubs, den Bildungszentren mit Fußballplatz in Kapstadt und Johannesburg. Die Erfolge sind messbar: Im direkten Umfeld der Zentren ist die Kriminalitätsrate laut Amandla in den vergangenen acht Jahren um bis zu 44 Prozent zurückgegangen, die Bildung stieg.

Florian Zech (3.v.l.) von Amandla.

Nina Bautz

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