Wieder Mitglieder der Russen-Mafia vor Gericht

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Der wegen angeblicher Mitgliedschaft in der Russen-Mafia in Bayern Angeklagte Nikolaus M. sitzt  in einem Gerichtssaal des Landgerichts München I in München.

München - Vor dem Münchner Landgericht hat der Prozess gegen Mitglieder der Russen-Mafia begonnen. Nach dem sogenannten Statthalter der Organisation müssen sich nun der Russe Alexander B. und der Kasache Nikolaus M. verantworten. Die Anklage:

Der wegen angeblicher Mitgliedschaft in der Russen-Mafia in Bayern angeklagte Alexander B.

Der Ältere soll der Aufseher der Russen-Mafia im Gefängnis in Bernau a. Chiemsee gewesen sein, der Jüngere seine rechte Hand. Beiden wird Rauschgifthandel in der Vollzugsanstalt vorgeworfen. Sie machen dazu keine Angaben.

Die Organisation wird von einem Russen in Moskau geleitet. Er saß mehrere Jahre in einem bayerischen Gefängnis, bevor er 2006 in sein Heimatland abgeschoben wurde. Er hatte in München einen Konkurrenten umgebracht und war 2004 im dritten Anlauf zu 13 Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt worden. Seit der Rückkehr in die Heimat ist er laut Anklage Chef einer verzweigten kriminellen Vereinigung mit Zweigstelle in Bayern. Mehrere Mitglieder wurden bereits 2008 und 2009 zu Strafen bis zu elf Jahren verurteilt.

Die Organisation begeht der Staatsanwaltschaft zufolge schwere Straftaten wie Drogenhandel und Schutzgelderpressung. Offenbar sind auch die Haftanstalten von ihren Mitgliedern durchsetzt. Dort wurden deshalb “Statthalter“ eingesetzt. Die beiden Angeklagten sollen unter anderem mit Drogen gehandelt haben.

Die Anklage schlüsselt 31 Fälle des Erwerbs von Heroin und Betäubungsmitteln in Tablettenform auf, die zum Verkauf bestimmt gewesen seien. In allen Fällen konnten die Drogen sichergestellt werden. Der ältere Angeklagte soll ferner vom Gefängnis aus per sms-Mitteilungen am Handy versucht haben, Mitglieder der Organisation draußen um Geldbeträge zu erpressen. - Der Prozess dauert an.

dpa

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