Raubzüge durch die Stadt

Wiederholungstäter und Bandendiebstahl vor Gericht

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Dusko B. werden zehn schwere Fälle von Bandendiebstahl vorgeworfen.

München - Am Donnerstag wurde zwei Männern vor dem Münchner Landgericht der Prozess gemacht. In beiden Verfahren geht es um schwere Diebstähle.

Dem Bosnier Dusko B. werden zehn Einbrüche vorgeworfen. Der Pole Marian K. (52) saß bereits mehrmals im Gefängnis. Weil er 14 Mal in Geschäfte eingebrochen war, muss er für fünf Jahre und drei Monate hinter Gitter.

Hat Dusko B. Uhren im Wert von 70.000 Euro gestohlen?

In Deutschland lebte er nie – hierher kam der gebürtige Bosnier Dusko B. (49) laut Anklage nur, um fette Beute zu machen. Wegen insgesamt zehn Fällen des schweren Bandendiebstahls steht der gelernte Elektromechaniker seit Donnerstag vor dem Münchner Landgericht. Gesamtschaden: Mehr als 200.000 Euro!

Zusammen mit zwei Komplizen und weiteren, bislang unbekannten Tätern soll es Dusko B. vornehmlich auf Juweliergeschäfte abgesehen haben. Aber auch in einige Privatwohnungen soll er mit einer Räuberbande eingestiegen sein. Bargeld, edlen Schmuck, teure Elektroartikel – die Täter langten richtig zu. Der krasseste Fall laut Anklage: Im Juli 2013 soll B. mit einem anderen Mann durch den Hintereingang eines Juweliers am Thomas-Wimmer-Ring (Altstadt) eingestiegen sein. Mit einem hydraulischen Spreizer knacken die Täter eine Panzerglastür, zertrümmern eine Vitrine und schnappen sich fünf Luxusuhren im Wert von 70.000 Euro. Rechnet man die kaputte Einrichtung dazu, entsteht allein hier ein Gesamtschaden in Höhe von rund 100.000 Euro. Bei einem Einbruch in eine Münchner Doppelhaushälfte soll B. Gegenstände – darunter Fotoapparate, Ringe und Ketten – im Wert von 50.000 Euro ergaunert haben. Auch in der Schweiz hat Dusko B. angeblich zwei Mal zugeschlagen. Die beiden Vorfälle werden aber im aktuellen Prozess nicht behandelt.

Dreist: Im März 2012 soll B. in eine Wohnung eingebrochen sein und Gegenstände im Wert von 15.000 Euro gestohlen haben – nur um drei Tage später an Ort und Stelle erneut zuzuschlagen. Zu den Vorwürfen schweigt B. Ein Urteil soll Ende März fallen.

Marian K. muss für fünf Jahre und drei Monate in den Knast

Marian K. ist 52 Jahre alt. Beinahe die Hälfte seines Lebens hat der Pole wegen schwerer Diebstähle in Gefängniszellen verbracht. Am Donnerstag wurde er wieder verurteilt. Vor dem Landgericht München I gestand er 14 Einbrüche im Großraum München. Dafür wandert Marian K. für weitere fünf Jahre und drei Monate in den Knast!

Wiederholungstäter: Der Pole Marian K. saß mehrmals im Gefängnis.

Unterhaching, Dachau und die Münchner Innenstadt sind die Stationen seiner schweren Raubzüge im Zeitraum von August bis Oktober 2013. Sogar in Nürnberg war Marian K. aktiv. Begehrte Einbruchsziele sind Schreibwarenläden und Tabakgeschäfte, aber auch bei drei Optikern schlägt er zu. Insgesamt erbeutet der 52-Jährige Bargeld und Zigaretten im Wert von knapp 200.000 Euro.

Komplizen gibt es nicht. Marian K. macht sein eigenes Ding. Sein Markenzeichen: Bei den meisten Einbrüchen manipuliert K. die Alarmanlagen oder stellt den Strom ab. Anschließend verschafft er sich mit einem Brecheisen Zutritt.

Am 8. August 2013 richtet Marian K. den größten Schaden an. Er stiehlt in einem Münchner Schreibwarenladen Zigaretten und Tabakwaren im Wert von 25.000 Euro. Er hebelt das Eingangstor zum Hinterhof des Geschäfts auf und schlägt dort dann eine Glastüre ein.

Seine vorerst letzte Tat begeht er am 25. Oktober 2013, als er in einem weiteren Schreibwarengeschäft die Kassen plündert. Dort erbeutet er 2600 Euro Bargeld. Unmittelbar danach wird er von der Polizei verhaftet.

Auf der Anklagebank vor dem Landgericht räumte er die Anschuldigungen am Donnerstag vollumfänglich eingeräumt. Dafür muss er jetzt wieder für lange Zeit ins Gefängnis.

J. Heininger

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