Wienerwald-Jubiläum: Preise wie vor 50 Jahren

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Die Wienerwald-Filiale in der Anzinger Straße 2 ist der älteste noch existierende Betrieb – das Lokal wurde 1961 eröffnet

München - Mit einer Hühnersuppe fing alles an. Schnell mauserte sich Wienerwald zum Hendl-Imperium – doch dann kam der Absturz. Mittlerweile ist die einst so gerupfte Firma wieder auf Kurs.

 Jetzt feiert der älteste noch existierende Betrieb in München 50. Geburtstag – mit Preisen wie früher! Die berühmte Hendl-Kette hat eine turbulente Geschichte hinter sich. 1955 eröffnet der Koch Friedrich Jahn in der Amalienstraße den ersten Betrieb. Die Münchner rennen ihm die Bude ein – und Jahn macht weitere Lokale auf. Das Restaurant in der Anzinger Straße folgt am 21. Dezember 1961 als achter Betrieb – dieses Lokal gibt es noch heute.

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Bis 1980 entstehen weltweit mehr als 1.500 Restaurants! 1982 dann der Fall. Wegen des rasanten Wachstums ist die Firma verschuldet, Jahn muss sein Imperium verkaufen. Vier Betreiber führen das Unternehmen in den folgenden Jahren, doch ohne Erfolg. „Das konnte nicht funktionieren. In der Gastronomie muss man mit Herz dabei sein“, sagt Wiesn-Wirt Günter Steinberg, Jahns Schwiegersohn. Mit seiner Frau Margot, Jahns Tochter, kämpft er um das Familienerbe: 2007 kaufen Margot Steinberg und ihre Schwester Evelyn Peitzner die Rechte an der Marke zurück.

Jetzt macht der Enkel des Firmengründers, Daniel Peitzner, die Wienerwald Franchise GmbH mit ihren bundesweit 32 Lokalen fit für die Zukunft (siehe unten), Günter Steinbergs Firma ByGast betreibt acht der elf Münchner Lokale als Lizenznehmer. Und Wienerwald boomt wieder in der ganzen Welt. Vor allem die Türken fliegen auf die Brathendl: Allein in Istanbul gibt es 28 Betriebe!

„Viele ehemalige Gastarbeiter ­kennen Wienerwald aus Deutschland“, sagt Peitz­ner. Er will die Anzahl der Restaurants in drei Jahren auf 50 aufstocken. Im Frühjahr eröffnen in Deutschland drei neue Lokale. „Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in den Wienerwald“, lautete der berühmte Werbeslogan. Am Mittwoch, 21. Dezember, sollten Hendl-Fans den Betrieb in der Anzinger Straße 2 ansteuern. Zum 50. Jubiläum kostet hier von 10 bis 23 Uhr das halbe Hendl nur 1,50 Euro, Hühnersuppe, Kartoffelsalat und Getränke (auch Bier) gibt es für 0,50 Euro.

Firmengründer Friedrich Jahn hat die Rettung seiner Firma nicht mehr erlebt – er starb 1998 an Leukämie. Sein Enkel Daniel Peitzner: „Der Wienerwald in alter Blüte – das hätte sich mein Großvater gewünscht.“

Christina Schmelzer

Das ist der neue Wienerwald-Look

Die neuen Wienerwald-Lokale (wie hier zum Beispiel in der Wasserburger Landstraße) sind in frischem Weiß und Grün gestrichen. Auf der Speisekarte stehen neben dem berühmten Grillhendl (4,20 Euro) jetzt auch moderne Gerichte wie der Wienerwald Wrap (4,90 ­Euro) oder der Chickenburger (3,20 Euro). Die Gäste können die Gerichte im ­Lokal essen oder mitnehmen, einige Filialen liefern auch nach Hause (www.wienerwald.de). Nur alteingesessene Betriebe wie der in der Anzinger Straße behalten ihr ursprüngliches Gesicht.

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