Wanderausflug mit bösen Folgen

Ski-Rambos fahren Ehepaar über den Haufen

Bad Wiesee - Sie heizen über Pisten – ohne Rücksicht auf Verluste. Die sogenannten Ski-Rambos werden immer mehr. Jetzt haben zwei Skifahrer sogar ein Wanderer-Ehepaar aus München in Bad Wiessee umgefahren.

Nur mit viel Glück kam es nicht zu schlimmeren Verletzungen. Von der Berggaststätte Aueralm kommend war ein Münchner Ehepaar mit zwei Freunden am Faschings-dienstag gegen 18.20 Uhr zu Fuß auf einem Wanderweg in Richtung Söllbachtal unterwegs. Als sie einen heranrasenden Lichtkegel hinter sich sahen, wichen die Wanderer an den rechten Wegrand aus – zu spät. Wenig später lag die 54-jährige Münchnerin am Boden im Schnee. Umgerissen von einem Skifahrer (55), der ohne Licht fuhr und wenige Meter weiter am Boden lag. Sein Begleiter, der mit Beleuchtung unterwegs war, hatte gerade noch rechtzeitig angehalten. Das Ehepaar bat um die Personalien der Skifahrer, weil sich die Ehefrau leicht am Arm verletzt hatte. Doch die Ski-Rambos weigerten sich – und fuhren einfach davon, obwohl der Münchner gerade die Polizei rufen wollte.

Erst am nächsten Tag meldeten sich die Skifahrer bei der Polizei und gaben an, ihre Version des Unfalls schildern zu wollen.

Ski-Rambos kommen immer öfter vor, glaubt man Medienberichten. Was steckt dahinter? Thomas Bucher, Sprecher des Deutschen Alpenvereins, sagt: „Eigentlich kommt es eher selten zu Kollisionsunfällen wie diesem.“ Höheres Konfliktpotenzial biete da das Revierverhalten der Skifahrer und Skitourengeher auf der Skipiste. „Wichtig ist es, dass sich alle an die bestehenden Regeln halten, dann passiert auch nichts“, so Bucher.

Die erste Regel lautet: Rücksichtnahme auf andere. Genauso wie angepasste Geschwindigkeit und Fahrweise. Jeder Skifahrer sollte auf Sicht fahren – und seine Geschwindigkeit immer anpassen. Dann passierten auch keine Zusammenstöße wie in Bad Wiessee.

tz

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