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Wiesn: Anzeige wegen gefälschtem Prüfsiegel

München - Auf dem Oktoberfest sind 2010 chirurgische Instrumente mit gefälschtem Prüfsiegel zum Einsatz gekommen. Jetzt hat die Stadt München Anzeige gegen die Produktionsfirma erstattet.

Eine niedersächsische Medizinproduktefirma soll in Bayern chirurgische Instrumente mit gefälschtem Prüfsiegel auf den Markt gebracht haben. Nach einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung“ (Freitag) hat das Unternehmen auch die Wiesn-Wache auf dem Oktoberfest 2010 beliefert. Das Gesundheitsreferat der Stadt München erstattete am Freitag Strafanzeige unter anderem wegen Betrugsverdachts. “Die Gewerbeaufsicht Hannover wird jetzt intensiv prüfen, ob der Vorwurf zutrifft“, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums am Freitag. Gerade bei Operations-Besteck müsse “null Toleranz“ gelten.

Die weiteren Ermittlungen müssen nun klären, ob die angeblich zertifizierten sterilen Instrumente möglicherweise verunreinigt waren. Seit wann die Produkte verkauft wurden und wer noch zu den Abnehmern zählte, ist ebenfalls bisher nicht bekannt. Die Firma Batu Medical AG aus Hannover gab bis Freitagmittag keine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab. Das Unternehmen sei von der Gewerbeaufsicht aufgefordert worden, bis zum 25. Februar zu den Vorwürfen bei einer Anhörung Stellung zu nehmen, sagte der Ministeriumssprecher.

So haben Sie die Wiesn noch nie gesehen

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Die “Süddeutsche Zeitung“ hatte am Freitag Fotos von verpackten medizinischen Produkten veröffentlicht, deren Hersteller die Firma Batu sein soll und die ein CE-Kennzeichen mit der Nummer 0482 tragen. “Das ist unsere Nummer, aber die Firma Batu ist kein Kunde von uns“, sagte der Geschäftsführer der Hamburger Zertifizierungsfirma Medcert, Klaus-Dieter Ziel. Sein Unternehmen habe Batu aufgefordert, die Produkte nicht mehr in den Verkehr zu bringen und rechtliche Schritte angedroht. “Für uns ist wichtig, dass dieser Unfug aufhört. Bei sterilen Produkten ist Gefahr im Verzug.“

Ein Wettbewerber von Batu Medical hatte Medcert auf den Fall aufmerksam gemacht. “Für Kunden sind Fälschungen schwer zu erkennen“, sagte Ziel. Medcert ist eine von 75 behördlich zugelassenen Zertifizierungsstellen in Europa. Medcert hatte dem Geschäftsführer zufolge schon in der Vergangenheit mit Fälschungsfällen zu tun, allerdings in Afrika und Indien.

Das Referat für Gesundheit und Umwelt der Stadt München schaltete die Staatsanwaltschaft ein: Es geht um den Verdacht des Betrugs, der Urkundenfälschung sowie des Verstoßes gegen das Medizinproduktegesetz. Das Unternehmen habe die Sanitätsstation des Oktoberfestes beispielsweise mit Scheren, Pinzetten, Klemmen und Tupfern beliefert, sagte Gesundheitsreferent Joachim Lorenz (Grüne) am Freitag. Zuvor habe Batu Medical Dokumente vorgelegt, die für die Herstellung und den Vertrieb von medizinischen Einmal-Produkten notwendig sind.

“Sollte sich nun herausstellen, dass es sich um gefälschte Zertifikate handelt, dann ist dieses Vorgehen an Dreistigkeit nicht zu überbieten, betonte Lorenz. Vom Ergebnis der Nachforschungen hänge auch ab, ob der Antrag der Hannoveraner Firma bewilligt werde, am Münchner Odeonsplatz eine Klinik zu eröffnen. Batu Medical-Geschäftsführer Frank Turau plant nach Angaben der “SZ“, die insolvente Klinik zu übernehmen. “Wenn die Zuverlässigkeit des Klinikbetreibers infrage steht, werden wir ihm keine Lizenz erteilen“, sagte Lorenz dem Blatt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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