Opfer leidet bis heute

Wiesn-Attacke vor Gericht: Ein Schlag, dann war mein Auge blind!

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Patrick G. ging bei einem Streit dazwischen und wurde dabei schwer verletzt. Sein linkes Auge musste mehrfach operiert werden.

Im Weinzelt ging Patrick G. bei einem Streit dazwischen und wurde dabei schwer verletzt. Sein linkes Auge musste mehrfach operiert werden. Jetzt stand der Wiesn-Schläger vor Gericht.

Die Narben sind noch deutlich zu sehen. An der Schläfe, am Jochbein, an der Braue. Viel schlimmer aber: Auf seinem linken Auge kann Patrick G. (20) noch immer nicht richtig sehen. Seit einer brutalen Attacke auf der Wiesn! Am 24. September hatte ein Besucher ihm ein Weinglas ins Gesicht geschlagen. Am Freitag kam es zum Prozess vor dem Amtsgericht.

Mit einer harmlosen Schubserei fing alles an

Dort war Benedikt R. (21) wegen schwerer Körperverletzung angeklagt. Auch er hatte an jenem Abend im Weinzelt getrunken und geriet mit Freunden von Patrick G. in Streit. Doch was als harmlose Schubserei begann, endete für den jungen Altenpfleger beinahe tödlich: „Ich wollte dazwischen gehen. Da habe ich plötzlich einen Schlag gespürt.“ 

Das Glas trifft ihn mit voller Wucht von unten – so heftig, dass es splitterte. „Ich habe stark geblutet“, sagt Patrick. G. „Danach bin ich zusammengesackt und erst im Krankenhaus wieder aufgewacht.“

Wiesn-Schläger Benedikt R. mit seinem Anwalt vor Gericht. Das Urteil: zwei Jahre auf Bewährung.

Patricks Auge musste mehrfach operiert werden

Mehrfach müssen die Ärzte sein verletztes Auge operieren, das laut Diagnose „gerissen“ war. Wegen der schlimmen Schmerzen fällt Patrick G. sogar ins Koma. Von Großhadern wird er in die Augenklinik verlegt. Insgesamt eine Woche muss er stationär aufgenommen werden. Dann die schlimme Nachricht: Auf seinem linken Auge ist die Sehfähigkeit auf 2,8 Prozent gesunken. „Das war schlimm“, sagt Patrick.

Vor Gericht begegnete er dem Wiesn-Schläger wieder. Benedikt R. gestand die Vorwürfe über seinen Verteidiger Lutz Libbertz sofort ein.

Schmerzensgeld lehnt Patrick G. ab

Das angebotene Schmerzensgeld wollte Patrick G. aber nicht annehmen. „10.000 Euro sind zu wenig“, sagte er. „Ich will mehr.“ Denn auf seinem Auge wird er vielleicht nie wieder richtig sehen können.

Richter Stefan Vollath sah die Attacke als „potenziell lebensgefährlich“ an. Das Opfer habe noch Glück gehabt: „Das hätte auch schlimmer ausgehen können.“ Und verurteilte den Wiesn-Schläger zu zwei Jahren Haft, die aber zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Auf dem Oktoberfest 2016 ging es anfangs recht ruhig zu. Doch an einem Wochenende hatte selbst die Bundespolizei viel zu tun.

Im Weinzelt auf der Wiesn 2016 schlug ein Besucher Patrick G. mit einem Weinglas ins Gesicht.

Andreas Thieme

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