Akten werden digitalisiert

Das große Rätsel um das Wiesn-Attentat

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13 Menschen starben bei dem Attentat.

München - Noch heute gibt das Attentat beim Oktoberfest viele Fragen auf. Nun hat die Bundesanwaltschaft entschieden, alle Akten zu einer zu digitalisieren und auszuwerten.

War Gundolf Köhler damals wirklich alleine, als er am 26. September 1980 eine Rohrbombe am Haupteingang des Oktoberfestes platzierte? Schon lange gibt es daran Zweifel. Vieles spricht dafür, dass der 21-Jährige Komplizen hatte. Doch wen? Obwohl nun seit einem Jahr wieder in dem Fall, der 13 Menschen das Leben kostete, ermittelt wird, tappen die Behörden weiter im Dunkeln. Die Generalbundesanwaltschaft reagiert nun: Jetzt wird ein 3-D-Modell vom Tatort angefertigt.

Die Bombe hatte Köhler in einen Feuerlöscher eingebettet, gefüllt mit Nägeln.

Eine besondere Enttäuschung ist: Angaben einer Zeugin, die das Verfahren 2014 wieder in Gang brachten, hätten sich im Kern nicht bestätigt, teilte die Behörde am Freitag mit. Die Zeugin hatte behauptet, am Tag nach dem Attentat im Schrank eines Aussiedlerheim-Bewohners in München Flugblätter gesehen zu haben, die Gundolf Köhler als Attentäter auswiesen und damit zu diesem Zeitpunkt noch nicht öffentlich bekannte Fakten beinhalteten. Dies ließ sich aber nicht verifizieren.

Auch die Angaben einer Krankenschwester brachten leider keine Hinweise auf bislang unbekannte Mittäter Gundolf Köhlers: Die Frau hatte ausgesagt, im Krankenhaus in Hannover möglicherweise im unmittelbaren zeitlichen Nachgang zum Attentat einen ihr verdächtig erscheinenden Patienten versorgt zu haben, der dort wegen einer Amputation am Unterarm in Behandlung war. Zur Erinnerung: Polizisten hatten angegeben, nach dem Anschlag eine nicht identifizierte Hand am Tatort gefunden zu haben. Diese verschwand aber angeblich später.

Übrigens: Es sind bislang insgesamt rund 400 Beweisgegenstände erfasst und kriminaltechnisch untersucht worden. Insgesamt sind über 100 Personen vernommen worden. Um bei den Ermittlungen nun endlich weiterzukommen, hat die Bundesanwaltschaft entschieden, dass alle Akten zum Attentat (vom BND bis zum Landtag) in einer Akte „digitalisiert“ und ausgewertet werden. Bislang liegen der „Soko 26. September“ (sie hat 21 Ermittler) über 26.000 Dokumente mit einem Umfang von über 157.000 Seiten vor. Zudem wird eben ein Modell des Tatorts angefertigt. Dazu dienen unter anderem mehr als 1700 Fotos von Rettungsorganisationen sowie Journalisten.

tz

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