1860 trauert um „Atom-Otto“

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Angeblich gibt es neue Erkenntnisse

Wiesn-Attentat: Neue Ermittlungen?

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Das Oktoberfest-Attentat fand vor 34 Jahren statt. 13 Menschen starben, 211 wurden verletzt. 

München - Am Freitag jährt sich das Oktoberfest-Attentat, bei dem 13 Menschen starben, zum 34. Mal. Just an diesem Tag bemüht sich ein Münchner Rechtsanwalt um die Wiederaufnahme des Verfahrens.

Zufall ist es keiner, dass der Münchner Rechtsanwalt Werner Dietrich den Freitag, 26. September, gewählt hat, um seinen Wiederaufnahmeantrag bei der Bundesanwaltschaft abzugeben. Heute jährt sich das Oktoberfest-Attentat (13 Tote, 211 Verletzte) zum 34. Mal. Dietrich, der einige Opfer vertritt, geht davon aus, dass Karlsruhe diesmal nicht um neue Ermittlungen herumkommen wird.

Zwei neue Zeugen und die Erkenntnisse aus Ermittlungsakten, in die der Anwalt vor knapp einem Jahr zum ersten Mal Einsicht nehmen konnte, sollen der Anstoß sein. „Die Einzeltätertheorie ist einfach nicht mehr zu halten“, sagt Dietrich. Bis zum heutigen Tag gilt der Geologiestudent Gundolf Köhler als derjenige, der die Bombe im Alleingang gebaut und dann auch am Wiesn-Eingang gezündet haben soll.

Die Sprachregelung in der Bundesanwaltschaft ist seit Jahren unverändert. „Wenn es neue Ermittlungsansätze gibt, werden wir auch ermitteln. Doch die haben wir bisher nicht“, erklärt ein Sprecher.

Doch wer waren die drei, vier Personen, die den mutmaßlichen Attentäter begleitet haben sollen? Die Vermutung, dass Neonazis und militante Rechtsextremisten involviert waren, bestand von Anfang an. Köhler soll Kontakte in die rechtsextreme Szene gepflegt haben, auch zum Führer der Wehrsportgruppe Hoffmann, Karl-Heinz Hoffmann.

Der inzwischen fast 80-jährige Rechtsextremist aus der Nähe von Nürnberg hat die Verfügung veröffentlicht, wonach die Ermittlungen gegen ihn bereits nach kurzer Zeit eingestellt wurden. Er habe mit dem Anschlag nichts zu tun.

Opfer-Anwalt Werner Dietrich glaubt jedoch, dass es für Hoffmann noch einmal eng werden könnte. Der Anwalt ist auf 80 Aktenordner gestoßen, die sich in Obhut des Innenministeriums befinden, zu den Ermittlungsakten gehören und noch nie ausgewertet worden sind. „Ich werde Einsicht beantragen“, kündigt Dietrich an. Einen groben Überblick habe er aber schon. Dazu gehöre auch eine Namensliste, die bei Durchsuchungen von Mitgliedern der Wehrsportgruppe gefunden wurde. Darunter befinden sich die Namen von Juden aus Deutschland und Österreich.

Trotz der neuen Akten glaubt auch das Innenministerium nicht an neue Erkenntnisse, die darin verborgen sein könnten. Sprecher Oliver Platzer: „Meinen Kenntnissen zufolge ist das LKA auf keine neuen Spuren gestoßen.“ Gleichzeitig betont er aber auch das Interesse von Minister Joachim Herrmann (CSU), alle Zweifel in dem Fall auszuräumen: „Sollte es neue Spuren geben, wird denen nachgegangen.“

H. Reister

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