Täter vor Gericht

Wiesn brutal! Masskrug-Attacke im Winzerer Fähndl

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Paul A. (27, Name geändert, l.) legte am Amtsgericht ein Geständnis ab. Rechts sein ebenfalls angeklagter Spezl Sebastian W.

München - Ab Montag wird auf der Theresienwiese wieder wochenlang gewerkelt – bis alle Fahrgeschäfte und die Wiesnzelte stehen. Millionen Besucher werden dort friedlich feiern. Aber einzelne Idioten auch wieder für Ärger sorgen: Weil sie zu viel trinken und dann brutal zuschlagen. So wie Paul A. (27, Name geändert).

Der stand am Donnerstag wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Den Wiesnauftakt 2014 feierte der Unternehmensberater im Winzerer Fähndl. Wie Zeugen berichten, trank er über den Tag hinweg sieben Mass. Das ist viel – aber noch kein Verbrechen. Was danach folgte, aber schon: Als ein Tourist (32) an Paul A. vorbei aus dem Zelt gehen will, geraten beide aneinander. Laut Anklage schlägt A. ihm den schweren Masskrug voll ins Gesicht. Benommen fällt der Tourist zu Boden und bewegt sich nicht mehr. Unfassbar: Trotzdem holt A. nochmal aus und knallt ihm den Krug über den Schädel. Das Opfer erleidet einen Kieferbruch und ein Schädel-Hirn-Trauma!

Umstehende Festzeltbesucher sind schockiert von der brutalen Attacke und rufen den Notarzt. „Ich dachte, er hat den Mann jetzt umgebracht“, sagt eine Zeugin.

Paul A. gibt die Schläge zu, sein Verteidiger Franz Wittl stellt den Vorfall aber anders dar. „Mein Mandant war seit mittags auf der Wiesn und stark betrunken. In dem Streit bekam er einen Faustschlag auf die Nase. Mit seiner Abwehrbewegung nach vorne hat er versucht, sich zu wehren und einen weiteren, befürchteten Angriff zu unterbinden.“

Irre: Spezl Sebastian W. (26) soll den Schläger bei der Polizei sogar noch gedeckt haben und gab mutmaßlich an, dass Paul A. nicht mit dem Masskrug zuschlug. Deshalb wurde er selbst angeklagt und muss nun 3000 Euro zahlen. Im Gegenzug wurde sein Prozess wegen versuchter Strafvereitelung eingestellt.

Paul A. drohen dagegen bis zu zehn Jahre Haft. „Sein Opfer hatte noch großes Glück“, sagt ein Polizist. Der Prozess gegen den Masskrug-Schläger wird am 20. August fortgesetzt. 

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