„Weltweiter Ruf wird ausgenutzt“

Wiesn in Dubai? Jetzt zieht Stadt München ganz andere Saiten auf - Initiator trotz Ansage entspannt

Während des Oktoberfests ist die Zeltstraße mit Menschenmassen gefüllt
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Menschenmassen auf der Theresienwiese wird es auch in diesem Jahr nicht geben: Die Wiesn 2021 fällt der Corona-Pandemie zum Opfer.

In München wird es auch in diesem Jahr keine Wiesn geben. Dafür aber allem Anschein nach einen Ableger in Dubai. Das schmeckt den Stadtoberen überhaupt nicht. Nun könnte es vors Gericht gehen.

München - Eine waschechte Wüsten-Wiesn: Das ist der Plan des Münchner Schaustellers Charles Blume (48). Doch da könnte die Stadt München* ihm jetzt eine ordentliche Portion Sand ins Plan-Getriebe streuen. Denn die ist über Blumes Idee unter dem Motto „Oktoberfest goes Dubai“ gar nicht begeistert - und will nun rechtlich dagegen vorgehen! Das gab die Stadt am Mittwoch bekannt.

Besonders stört die Behörden, dass der Wüsten-Ableger suggeriere, das Oktoberfest „ziehe in diesem Jahr nach Dubai um“, heißt es in der Mitteilung. Denn die Dubai-Wiesn soll bereits heuer zum ersten Mal stattfinden - während das Original in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal ausfällt.

München contra Dubai-Wiesn: „Dritte nutzen weltweiten Ruf aus“

Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner ist empört. Es sei „erschreckend, dass Dritte die Absage zum Anlass nehmen, sich selbst zu bereichern, indem sie den weltweiten guten Ruf des Oktoberfests ausnutzen und suggerieren, dass eine Verbindung zwischen dem Original und der Veranstaltung in Dubai bestehe“, so Baumgärtner. Es sei daher im öffentlichen Interesse, dass die Stadt auf juristischem Weg gegen den Wüsten-Plan vorgeht.

Die Stadt verlangt von den Veranstaltern deshalb eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung, in der sie sich bereiterklären, künftig nicht mehr mit dem Oktoberfest München für ihr Event zu werben. Dabei stützt sich die Stadt in Abstimmung mit der beauftragten Anwaltskanzlei Pinsent Masons auf einschlägige Vorschriften im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) sowie im Markengesetz (MarkenG).

Video: Oktoberfest auch 2021 wegen Corona-Pandemie abgesagt

München contra Dubai-Wiesn: Wirte nicht begeistert vom Ableger in der Wüste

Die Pläne von Charles Blume für seine Wüsten-Wiesn sind groß: Er sprach bereits Anfang Mai von 620 beteiligten Betrieben und 27 Zelten, darunter zwei in den Dimensionen der großen Münchner Wiesn-Zelte. Zwei sollen arabische Zelte ohne Alkohol werden. Die Wirte der großen Zelte auf der Theresienwiese zeigten auf Nachfrage unserer Zeitung wenig Interesse, am Dubai-Ableger teilzunehmen.

Als unsere Zeitung Blume am Mittwoch am Telefon erreicht, ist er gerade im Ausland und weiß noch nichts vom Vorgehen der Stadt. Grundsätzlich sagt er aber: „Wir sind entspannt, wir machen nichts falsch…“ (lmb) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.DIGITAL

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