Wiesn-Unterführung wird wieder geöffnet

München - Freie Fahrt für die Zwergerl in der Hans-Fischer-Straße: Die gesperrte Unterführung an der Wiesn wird endlich wieder geöffnet.

Der Jubel bei den Kindern der Grundschule an der Plinganserstraße ist riesig. Bald können die Sendlinger Zwergerl mit ihren Eltern gefahrlos durch die Stadt radeln – zu den schönsten Platzerln im Viertel: „Wir machen oft ein Picknick im Westpark“, erzählt ein Mädchen Hallo München.

Diesen Weg kann die Grundschülerin jetzt schon bald fernab vom Verkehr fahren. Denn das Baureferat will dieses Jahr die geschlossene Unterführung, die unter der Theresienhöhe parallel zur Hans-Fischer-Straße verläuft, öffnen.

Als die Röhre im Zuge der Neubebauung des alten Messegeländes zugeschüttet worden war, war der Ärger bei den ansässigen Bezirksausschüssen (BA) groß: Die Unterführung sei bei einer Bürgerbeteiligung zur Nachnutzung des Messegeländes „immer als unverzichtbar bezeichnet“ worden. Grund: Sie wurde als „stadtviertelübergreifende Wegebeziehung vom Stadtrand über den Westpark, die Theresienwiese zu den Isarauen für die Bevölkerung des Süd-Westens eine einmalige Freizeit- und für Radler autofreie Berufswegoption“, wie damals Ernst Dill vom BA Sendling betonte. Der BA stehe „fassungslos vor dieser Ignoranz“. In diversen Anträgen hatten sich die BAs Sendling, Schwanthalerhöhe und Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt für die Öffnung der Unterführung stark gemacht.

Der Vorwurf an die Stadt: Die Unterführung sei zugunsten neuer Bürogebäude einfach zugeschüttet worden.

Jetzt der tolle Erfolg: In einem Schreiben an die betroffenen Bezirksausschüsse kündigt das Baureferat an, „in diesem Jahr den westlich der Theresienhöhe gelegenen Treppenaufgang der Fuß- und Radwegunterführung neu zu bauen“. In diesem Zusammenhang werde auch die Unterführung instandgesetzt sowie der vorhandene Hangweg von der Hans-Fischer-Straße zur Theresienwiese barrierefrei umgerüstet.

Im Juni soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Kurz nach der Wiesn werden dann die ersten Radler durch die Röhre fahren können. Und dann hat die Stadt noch eine besondere Überraschung: Geplant ist ein Graffiti-Projekt, bei dem Kinder aus den anliegenden Vierteln gemeinsam mit dem Baureferat die Unterführung gestalten dürfen.

Daniela Schmitt

Rubriklistenbild: © fkn

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