Wiesn-Wirt Krätz sucht Leihmütter

+
In seinem Hippodrom wird Sepp Krätz (Mitte) weiter prominente Gäste wie Thomas Gottschalk oder Siegfried Fischbacher (Siegfried & Roy) begrüßen.

Eresried - Sepp Krätz (54) sucht Leihmütter – für seine Luxusrinder. Als Gastronom will er kürzer treten.

Kein Witz! Der erfolgreiche Münchner Gastronom und Wiesn-Wirt plant, unter die Viehzüchter zu gehen. Um mehr Zeit für sein neues Hobby zu haben, macht er zwei seiner Mitarbeiter, Kathleen Schmidt und Erhard Schneider, zu seinen Geschäftspartnern.

Der Chef will sich um den vierbeinigen Nachwuchs kümmern – und das werden keine Feld-, Wald- und Wiesen-Pinzgauer sein. Nein, Krätz kommen nur edle Kobe-Rinder aus Japan ins Haus bzw. in den elterlichen Stall. Und weil diese teuerste Rinderrasse der Welt – ein Kilo Lende kostet 100 Euro und mehr – nicht importiert werden darf, will es Krätz mit Kobe-Embryos probieren. Daher der Leihmütter-Bedarf. „

Ich fliege am Montag nach Nebraska in die USA und sehe mir dort den Zuchtbetrieb auf einer Farm an“, sagt der Wirt zur tz. „Vielleicht schaue ich mich auch bald in Japan um.“ So verhätscheln wie die Japaner will Krätz seine Rinder aber nicht. Im Land der aufgehenden Sonne werden die Tiere massiert und mit klassischer Musik verwöhnt (s. Stichwort). Musik in Metzgermeister Krätz’ Ohren ist allein die Fleischqualität. Feinfasrig, gleichmäßig marmoriert und einzigartig im Geschmack – das gelingt auch ohne Mozart und Beethoven, ist er sich sicher. Wenn die Zucht erstmal läuft, will Krätz die Filetstückchen an die Sterne-Gastronomie verkaufen. Auf Anfrage soll das Fleisch auch in seinen eigenen Betrieben serviert werden.

Die saftigen Wiesen rund um Krätz’ elterlichen Hof 50 Kilometer westlich von München im 100-Seelen-Dorf Eresried werden den Rindern mindestens so gut schmecken wie Massage und Musik. Auf 50 000 Quadratmeter Wiese könnten sich die Kobe-Rinder bald satt fressen. „Im Stall ist Platz für 100 Rinder. Aber meine Herde soll nicht viel größer als 30 Tiere werden.“ Die Luxus-Rinder sollen viel Platz haben in ihrem Luxus-Stall.

Aber erst einmal müssen sie her, die Black Beautys von einem Rindviech. Wie gesagt. ist das nicht ganz einfach. Einzige Lösung: Krätz will Embryos einfliegen und von bayerischen Leih-Kühen austragen lassen. Bringt die Kuh ihr Kobe-Kleines zur Welt, klingelt die Kasse – beim Züchter in Amerika oder Japan: 2500 Euro muss Krätz dann für ein Kälbchen hinblättern.

Und weil der Nachwuchs viel Geld und viel Zeit kostet, steigen ab 1. Januar 2009 Kathleen Schmidt (32) und Erhard Schneider (48) als Geschäftspartner in Krätz’ Gastro-Imperium ein. Schmidt ist seit vier Jahren Geschäftsführerin in der Waldwirtschaft, Schneider arbeitet seit 20 Jahren für Sepp Krätz und zeichnet als Küchenchef in der Wawi und im Hippodrom auf der Wiesn verantwortlich.

„Ich will weiter Wirt bleiben, das war schon immer mein Traumberuf“, sagt Krätz. Um das Organisatorische sollen sich die Partner kümmern. Bleibt Krätz auch gleich mehr Zeit für seine Mutter Elisabeth (79), die zurzeit alleine auf dem Hof lebt. Bald kommen hoffentlich viele kleine Kobe-Kinder dazu. Apropos Kinder: Ist auch zweibeiniger Nachwuchs mit seiner neuen Liebe Tina Fichtel in Sicht? Krätz verneint lachend. Aber wer weiß. Jetzt, wo er als Wirt etwas kürzer treten wird … Simone Herzner

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Frau will sich an Ex rächen: Seine DNA an angeblichem Tatort verteilt
Frau will sich an Ex rächen: Seine DNA an angeblichem Tatort verteilt
Horror im Englischen Garten: Frau (68) geht mit Hund Gassi - dann fällt Mann über sie her
Horror im Englischen Garten: Frau (68) geht mit Hund Gassi - dann fällt Mann über sie her
Stadtrat hat entschieden: Böller-Verbot in Münchner Innenstadt
Stadtrat hat entschieden: Böller-Verbot in Münchner Innenstadt

Kommentare