Peter Pongratz meldet sich zurück

Erstes Lebenszeichen nach Monaten der Angst - Ex-Wiesn-Wirt gesteht: „Dachte, mich trifft der Schlag“

Peter Pongratz mit Partnerin
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Peter Pongratz mit Partnerin Elen

Acht Monate lang schwebte Ex-Wiesnwirt Peter Pongratz nach einer Krebsoperation zwischen Leben und Tod, fiel immer wieder ins Koma. Jetzt meldet sich der unverwüstliche Macher zurück - per Telefon aus der reha.

München - Es war ein Kampf auf Leben und Tod und gegen den Krebs. Doch Peter Pongratz hat ihn gewonnen! Vorgestern (23. Juni) machte er wieder die ersten Schritte – gestützt auf zwei Pflegekräfte, „aber immerhin. Du glaubst nicht, was das für ein tolles Gefühl war“, sagt Pongratz, als er mit der Kolumnistin telefoniert. Das Telefonat ist ein erstes Lebenszeichen. Der 74-Jährige erholt sich seit April in Bad Aibling in der Reha – nach Monaten der Angst, Bestrahlungen, Operationen und Koma.

Krebs-Diagnose bei Ex-Wiesn-Wirt Pongratz: „Dachte, mich trifft der Schlag“

Die Ärzte hätten ihm einen acht Zentimeter großen Tumor entfernt, erzählt der einstige Wiesn-Wirt. Ein Liposarkom, eine bösartige Geschwulst, die sich zwischen Wirbelsäule und Niere gebildet hatte. „Ich bin mit Bauchschmerzen zum Arzt gegangen, doch der hat nichts gefunden“, erzählt Pongratz. Erst eine Computertomografie brachte Klarheit: „Der Arzt sagte mir knallhart, Herr Pongratz, Sie haben Krebs. Ich dachte, mich trifft der Schlag.“ Dem gstandenen Wirt zog es den Boden unter den Füßen weg. War er doch erst wieder Vater geworden. Töchterchen Anja kam Ende 2019 auf die Welt, zusammen mit Freundin Elen wollte Pongratz sein Leben genießen.

Stattdessen ging er von Professor zu Professor – doch die endgültige Entscheidung musste er selbst treffen: Operation oder nicht. „Die Chancen standen 50 zu 50. Es kann gut gehen, oder auch nicht.“ Ohne Operation, so Pongratz, gaben ihm die Ärzte noch fünf Jahre. „Und dann abtreten? Nein, ich nicht!“ Pongratz machte erst eine Strahlentherapie, damit der Tumor kleiner wird, dann schnitten die Ärzte in Großhadern die Geschwulst heraus. Pongratz überlebte – fiel aber immer wieder ins Koma. „Ich war acht Monate weggetreten, habe nichts mitbekommen. Und du kennst mich ja als wilden Hund“, sagt er dann und lacht.

Peter Pongratz darf Tochter nach acht Monaten wiedersehen

Seine Familie kümmerte sich in der Zeit um ihn, seine Mutter Irma, sein Sohn Michael, Tochter Ramona und natürlich Elen. „Sie ist einzigartig“, schwärmt Pongratz am Telefon. Elen, die sich um Tochter Anja und zwei Nagelstudios kümmert, gibt ihm Kraft, das alles durchzustehen. „Ich hab’ eine tolle Frau, sie hält mich am Leben.“ Vergangenen Sonntag kam Elen zum ersten Mal mit Tochter Anja vorbei. „Du kannst dir nicht vorstellen, was das für ein tolles Gefühl war, die Kleine nach acht Monaten wiederzusehen. Sie tollt umeinander, herrlich.“ Bis Pongratz mit ihr zusammen wieder richtig spielen kann, wird es allerdings noch Monate dauern, denn: „Ich kann kaum laufen. Der linke Fuß gehorcht mir gar nicht.“ Er ist auf den Rollstuhl angewiesen, bis die Nerven wieder nachgewachsen sind. Täglich hat er drei Stunden Therapie. Doch das alles nimmt er gern in Kauf, denn: „Ich lebe! Ich bin dem Tod noch mal von der Schippe gesprungen.“

Familien-Idyll: Dieses Foto mit Freundin Elen und Tochter Anja schickte Pongratz aus der Reha.

Die Kraft, die Krankheit durchzustehen, hat er in sich selbst gefunden. „Ich wollte das unbedingt bestehen. Weißt du, man darf sich nicht aufgeben.“ In dieser schweren Zeit musste Pongratz ofan einen Hellseher denken, der sich einmal seine Lebenslinie angesehen hatte. „Der sagte damals zu mir, oh, da wird die Linie ganz dünn, da passiert was. Aber anschließend wird sie wieder ganz stark und sehr lang.“

„Also, eigentlich hatte ich Glück im Unglück“

Wenn’s gut läuft, darf Pongratz im August nach Hause. Aber nicht wie früher nach Grünwald, sondern nach Straßlach. „Dort haben wir ein Haus gefunden, mit allem, was ich brauche.“ Ebenerdig, mit Aufzug und einem beheizbaren Pool, denn Schwimmen ist eine gute Therapie. Lebensgefährtin Elen packt bereits die Kisten, am 15. Juni geht’s los. Ein neues Leben für Peter Pongratz, der sagt: „In dem Moment, wo ich alles an Arabella verkauft habe und die Wiesn abgegeben habe, kam der Krebs. Und dann fiel die Wiesn zweimal aus. Also, eigentlich hatte ich Glück im Unglück.“

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