Rettung in letzter Sekunde

Unions-Bräu schließt: Wirt wechselt in Groß-Biergarten

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Wiggerl Hagn hat gut lachen: Er übernimmt die Hirschau.

München - Im Traditionslokal Unions-Bräu in der Einsteinstraße ist am 30. November Zapfenstreich - der Umsatz stimmt nicht mehr. Gastronom und Wiesn-Wirt Wiggerl Hagn hat aber schon eine neue Gaststätte.

Rettung in letzter Sekunde! Am 30. November ist im Unions-Bräu von Wiesn-Wirt Wiggerl Hagn Schluss - weil der Umsatz nicht stimmt, wurde der Pachtvertrag nicht verlängert. Monatelang suchte der Gastronom nach einer neuen Gaststätte. Jetzt wurde bekannt: Hagn übernimmt die Hirschau im Englischen Garten! „Ja, es stimmt“, bestätigt der Wiesn-Wirt (Löwenbräuzelt) der tz. Mehr wollte er noch nicht verraten, Details soll’s erst im Laufe des Donnerstags geben. Anfang April wurde bekannt, dass der Wirt sein Traditionslokal in der Einsteinstraße aufgeben muss. Grund:

Zukunft offen: Das Unions-Bräu in Haidhausen.
Alle Infos zum Biergarten Hirschau

Der Vertrag zwischen der Stadt als Eigentümer und Löwenbräu als Pächter läuft aus. Die Brauerei beziehungsweise der dahinterstehende US-Konzern Anheuser-Busch hatte Hagn das Lokal weiterverpachtet, nahm das Vertragsende aber zum Anlass, auch Hagns Vertrag auslaufen zu lassen. Das Problem: Das Unions-Bräu schreibt seit Jahren rote Zahlen, die Wiggerl Hagn mit den Gewinnen von der Wiesn ausgleichen musste. „Mit 1000 Sitzplätzen ist das Lokal zu groß, der Bierkeller wird kaum noch besucht, außerdem müsste die Einrichtung renoviert werden“, erklärte der Wirt im April der tz. „Ich würde das Unions-Bräu gerne weiterführen, aber mit diesem Konzept trägt sich das Lokal nicht.“ Monatelang suchte Hagn nach etwas Neuem - „zum Kaufen, nicht zum Mieten“, wie er im April betonte. Seinen 45 Mitarbeitern hatte er bereits fristgerecht gekündigt. Ob sie in derHirschau weiterbeschäftigt werden, ist noch nicht bekannt, ebensowenig, was aus der Wirtshausbrauerei und dem Gebäude in Haidhausen wird.
Den Biergarten Hirschau nahe dem Kleinhesseloher See (2500 Sitzplätze) führen seit 2006 die gebürtigen Sachsen Christian Hoyer und Thomas Böhm. Das Wirtshaus liegt in Privatbesitz und wird von der Sedlmayr Grund und Immobilien KGaA verwaltet - das Unternehmen konzentriert sich nach der Trennung von ihrem Brauereigeschäft auf den Erwerb, die Verwaltung und die Verwertung von Grundbesitz und Immobilien. „Uns gegenüber wurden bereits  Andeutungen gemacht, dass die Hirschau verkauft und deshalb unser Pachtvertrag nicht mehr verlängert werden soll“, so Thomas Böhm zur tz. Regulär laufe der Vertrag allerdings erst Ende 2013 aus: „Bislang liegt uns auch noch keine schriftliche Kündigung vor.“

Christina Schmelzer

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