Willy Astor mit neuem Programm im Circus Krone

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Willy Astor

München - Willy Astor – klar, das ist der Mann mit den unermüdlichen Wortspielen. Die ganz genau ausgedacht und aufgeschrieben sind. So einer kann doch niemals improvisieren, frei und witzig plaudern?

 Wer ihn kennt, der weiß: Der „Aloneunderholder“ kann natürlich auch das. Und wie! Mit Witz und Mut wirft sich der 50-Jährige ins Publikum im ausverkauften Circus Krone, befragt diese und jenen und spart nicht mit sanftem Spott auf Kosten seiner „Opfer“.

Ja, auch abseits seiner Lieder und Verse ist Astor ein Ass, aber vor allem liebt man den ungekrönten König des Kalauers für seine anarchische Lust an der Blödelei. Und da bietet Nachlachende Frohstoffe, sein neuestes Programm, wieder eine Menge Stoff. Ein echter Knaller ist beispielsweise sein Hiphop Pubatier inda House über Jugendliche im Chaos („Wischen impossible“) – ein Song, über den Alt und Jung lachen kann.

Astors Drang zur Verdrehung allen Sinns dominiert alles, im Sekundentakt haut er seine Perlen raus (echte und solche aus Glas), hält zur Begrüßung einen geschwungenen Haarbändiger („Wellkamm“) hoch, „singt“ in seinem schrägen Abzählvers Backe Backe Terien ein Loblied auf den kindlichen Spaß am Dreck, und sein Lied über seinen vierbeinigen Freund ist – was sonst – Hundpropaganda. Auch seine Sammlung von verballhornten Evergreens wächst ständig, aus Come On Baby Light My Fire wird Baby You Can Leih’ My Seiher.

Astor zeigt sich auch musikalisch von seiner besten, pardon, Saite, ist ein begnadeter Spieler an der Gitarre und schreckt auch nicht vor spontanen Sessions mit den Spider Murphy Gang-Legenden Günther Sigl und Otto Staniloi zurück. Wenn die schon mal da sind.

Nicht jede Nummer ist auf Brüller gebürstet, zwischen Gags, die weh tun, findet sich auch eine berührende Hommage an die Donnersbergerbrücke, die „Golden Gate für Arme“.

Rudolf Ogiermann

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