Isarindianer droht mit Konsequenzen

Streit um FKK-Verbot: Willy will's wissen!

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Willy Michl kämpft fürs Nacktbaden an der Isar.

München - Isarindianer Willy Michl hat seine ganz eigene Meinung zum gerade erlassenen FKK-Verbot der Stadt. Er droht: Notfalls ziehe ich in der Innenstadt blank.

München wird auch in Zukunft kein FKK-Paradies. Mittwoch hat der Stadtrat die neue Badekleidungsverordnung beschlossen. Sie erlaubt Nacktbaden nur in ausgewiesenen Bereichen an der Isar und im Englischen Garten. Willy Michl (63) ärgert sich über die „Moral-Verordnung“, wie er den Beschluss nennt. Der Isarindianer gräbt das Kriegsbeil aus!

„Wenn ich an meinem Fluss bin, lasse ich mir vom Kreisverwaltungsreferat nicht vorschreiben, wo ich nackt sein darf“, wettert er. Michl befürchtet, entlang der Isar könnten bald regelrechte Ghettos für Nacktbader entstehen. „Bisher war doch alles gut. Am Flaucher wurde Nacktbaden schon lang toleriert, obwohl es nicht offiziell erlaubt war. Demnächst wird wahrscheinlich jeder aufgeschrieben, der sich nicht an die Vorschriften hält“, glaubt der Musiker.

"Nacktbaden ist nichts Unanständiges"

So weit will er es aber nicht kommen lassen: „Wenn man uns verbietet zu baden, wie Gott uns erschuf, werde ich mein Volk zur Demonstration aufrufen. Dann flitzen wir nackt durch die Fußgängerzone“, droht der Liedermacher und Isarkrieger. Dabei schwimmt er selbst kaum noch splitternackt in seinem heiligen Fluss. „Dafür bin ich zu prominent. Ich trage immer meinen Lendenschurz. Dann ist die Blöße bedeckt, aber ich kann trotzdem nackt sein“, erklärt Michl. Das empfiehlt er auch allen anderen Münchnern, die trotz Verordnung keine Badehose anziehen wollen.

Eigentlich gehe es ihm aber gar nicht um die Nacktheit an sich, sondern vielmehr um die Freiheit. „Das bayerische Volk ist mündig genug, um zu entscheiden, wo es sich ausziehen will. Wen das stört, der soll einfach nicht hinschauen“, sagt Michl. Schon mit neun Jahren ist er mit seinem Vater nach einer Wanderung nackt in den Ferchensee gesprungen, weil sie keine Badehosen dabei hatten.

„Nacktbaden ist nichts Unanständiges. Das KVR soll lieber dafür sorgen, dass keine Scherben an der Isar liegen. An der Mariannenbrücke kann man nicht mehr barfuß durch den Fluss laufen.“

Das ist die neue Badekleidungsverordnung

Zum Ende der Saison 2013 ist die Badeordnung des Freistaats ausgelaufen. Sie hatte grundsätzlich Badekleidung vorgeschrieben - und zwar für Wasser-, Luft- und Sonnenbaden. Die Kommunen konnten allerdings Ausnahmen für bestimmte Plätze zulassen. In München waren das: Isarinsel Oberföhring, Schwabinger Bucht, Schönfeldwiese, Brudermühlbrücke und Maria Einsiedel. An diesen Orten darf auch weiterhin ohne Bikini  und Badehose geplantscht werden. Hinzu kommt die Flaucherinsel. So regelt es die neue Badekleidungsverordnung der Stadt, die das KVR ausgearbeitet hat.

Bea

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