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„Wir kämpfen um unsere Hausärzte“

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Tausende Patienten und Ärzte demonstrierten im Olympiastadion gegen das Gesundheitssystem.
Tausende Patienten und Ärzte demonstrierten im Olympiastadion gegen das Gesundheitssystem. © dpa

München - Sie kamen in Bussen, mit der Bahn und per Flugzeug, aus Bayern, Österreich und Flensburg. Rund 20 000 Ärzte und Patienten haben am Samstag im Münchner Olympiastadion ihrem Ärger Luft gemacht.

Mit Transparenten wie „Mein Hausarzt ist die beste Medizin“, „Wir kämpfen um unsere Hausärzte“ oder „Angst vorm Medizinnotstand – der Landarzt muss bleiben“ protestierten sie bei strömendem Regen gegen die Gesundheitsreform der Bundesregierung.

Organisiert hatte den Aufstand Buchautorin Renate Hartwig aus Nersingen im Landkreis Neu-Ulm. Hinterher war sie zufrieden: „Der Schulterschluss zwischen Ärzten und Patienten ist geglückt.“ Und sie warnte die Politiker: „Das war erst der Anfang. Wir werden weitere Demos in Nürnberg, Würzburg und Bayreuth auf die Beine stellen.“

Wolfgang Hoppen­thaller, Vorsitzender des bayerischen Hausärzteverbandes, kritisierte auf der Kundgebung: „Ohne dass wir es merken, verscherbeln unsere Sozialpolitiker unser Gesundheitssystem an Aktiengesellschaften. Gesundheit und Krankheit verkommen zu Ware.“

Gleichzeitig warnten die Ärzte vor einer „Amerikanisierung“ des Gesundheitssystems mit spezialisierten medizinischen Versorgungszentren anstellen von vielen kleinen Vertragspraxen. Mögliche Folge: „Call-Center werden Ihnen künftig erklären, was Sie zu tun und zu lassen haben“, warnte Hoppen­thaller. Die geplante elektronische Patientenakte verurteilte er als Weg zum „gläsernen Patienten“.

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Bayerns Sozialministerin Christa Stewens (CSU) kündigte derweil an, gegen die finanziellen Einbußen für die bayerischen Mediziner angehen zu wollen: „Hierzu werden wir im laufenden Gesetzgebungsverfahren konkrete Anträge stellen.“

fla

Quelle: tz

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