Gedränge im Meridian

"Wir sind zu schwer": Das wird in Münchens U-Bahn nie passieren

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In Münchner U-Bahnen können so viele Fahrgäste einsteigen, bis keiner mehr reinpasst. Zu schwer wird die "Ladung" trotzdem nicht.

München - Am Mittwoch hieß es für einige Fahrgäste des Meridians in Grafing: "Aussteigen, wir sind zu schwer". Kunden der Münchner U-Bahn werden das nie erleben. Warum, lesen Sie hier.

Fahrgäste so dicht gedrängt, dass kein Blatt Papier mehr dazwischen passt - das kennt jeder, der schon mal mit der U-Bahn zur Wiesn gefahren ist. Aussteigen musste da noch niemand, außer die Türen gehen nicht mehr zu. Doch die Durchsage vom Lokführer: "Wir sind zu schwer", werden U-Bahn-Fahrer nie erleben.

Das hat einen einfachen Grund.  "Die Fahrzeuge sind so konzipiert, dass kein Übergewicht auftreten kann", sagt Matthias Korte, Pressesprecher beim MVG. Sie seien auf schwere Zugladungen ausgerichtet - so hoch, dass die Auslegungsgrenze nicht erreicht wird, auch wenn viele Menschen auf einmal mit der U-Bahn fahren wollen.

Im Meridian, in dem am Mittwoch Fahrgäste aussteigen mussten, weil die Höchstlast überschritten war, hat der Lokführer ein Kontrolllämpchen zu diesem Zweck. Aus Sicherheitsgründen darf er nicht weiterfahren, wenn seine "Ladung" zu schwer ist. In den U-Bahnen gibt es diese Anzeige nicht. "Das ist auch gar nicht nötig", so Korte. Die U-Bahn kann nämlich immer fahren. "Die Bremsen funktionieren ,gewichtsabhängig', d.h. der Zug erkennt über die Luftfederung, wie schwer er ist und passt die Bremskraft entsprechend an", erklärt Krote.

Bei der Deutschen Bahn hingegen könnte es durchaus passieren, dass Balast "abgeworfen" werden muss. Alle modernen Züge seien nämlich mit Gewichtsmessgeräten ausgestattet. Und modern sei der Großteil ihrer Züge, so ein DB-Sprecher. Wie viele Fahrgäste einsteigen dürfen, ist hier also wie beim Meridian begrenzt. Wenn das Gewicht überschritten ist, dürfen Lokführer nicht fahren. "Sie sind dazu angehalten", so der Sprecher. Bei welchem Gewicht das der Fall ist, hängt aber vom jeweiligen Zugtyp ab. Ob schon mal jemand wegen Übergewicht aussteigen musste, "darüber gibt es keine Aufzeichnungen".

Das sagen die User

Dass ein Zug tatsächlich zu schwer werden kann, das konnten viele User gar nicht glauben. "Ich dachte sofort an den 1. April, aber bis dahin ist es ja noch ein wenig!", kommentierte etwa reinerderletzte  auf merkur-online. Gewundert hat sich auch ITASCA auf merkur-online, wo doch in manchen Ländern auch Leute auf den Dächern noch mitfahren, wenn im Zug selbst kein Platz mehr ist. "Ich lach mich kaputt. Wir leben schon im High-Tech-Staat Deutschland und im 21. Jahrhundert?", schrieb er.

SOKritiker würde sich so eine Durchsage hingegen manchmal wünschen, wenn er im übervollen "München-Nürnberg-Express" der DB sitzt. "Der gleicht zu bestimmten Zeiten eher einem Viehtransport als einem Regionalzug", kommentiert er auf merkur-online. Ridon Dax  brachte auf merkur-online einen pragmatischen Vorschlag zur Lösung an: "Vielleicht einfach aussteigen und schieben lassen?"

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