Verklagt Bachmaier jetzt die Richterin?

+
Trotz Freispruch wehrt sich Hugo Bachmaier gegen die Äußerung der Richterin.

München - Hugo Bachmaier hat gekämpft und gewonnen. Nach dem Freispruch im Koks-Prozess prüft der Promi-Wirt ein Klage gegen Amtsrichterin Birgit Brunn.

Der Freispruch im Koks-Prozess (tz berichtete) lässt Promi-Wirt Hugo Bachmaier (54) keine Ruhe. Es ist der fade Beigeschmack im Urteilsspruch, der ihn zwei Wochen danach noch auf die Palme bringt. Jetzt prüft Bachmaier sogar eine Klage gegen Amtsrichterin Birgit Brunn!

Nachdem diese ihn aus Mangel an Beweisen vom Vorwurf des Kokain-Kaufs freisprechen musste, sagte sie trocken: „Ich bin fest davon überzeugt, dass Sie’s waren. Ich kann’s Ihnen nur nicht beweisen.“ Das hat gesessen!

Im Interview mit München TV, das am Mittwochabend um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird, sagt Bachmaiers Anwalt Peter Guttmann: „Diese Aussage grenzt an Rufmord, sie war schädlich für Herrn Bachmaier. Wir sind am Überlegen, ob man das so stehen lassen kann.“

Guttmann will eine Amtspflichtverletzung prüfen. Schließlich ende die richterliche Unabhängigkeit da, wo Persönlichkeitsrechte betroffen seien. „Das war hier einfach ein Satz zu viel“, meint der Anwalt. Sollte ein Schaden Bachmaiers juristisch nachweisbar sein, dann werde er ernsthaft eine Klage erwägen.

Hugo Bachmaier selbst erzählt in dem Interview von einem Wirtshaus-Projekt in Pasing, das offenbar wegen der häufigen Medienberichte gescheitert sei. „In der Weihnachtszeit stornierten viele Firmen sogar ihre Reservierungen in meinem Lokal“, sagt der Hofbräu-Wirt.

Der Koks-Wirbel um den 54-Jährigen begann mit einer Aufsehen erregenden Razzia im Juli vergangenen Jahres. Damals marschierten rund 60 Beamte in Bachmaiers Lokal an der Leopoldstraße und suchten nach Drogen. Doch nur in der Feldmochinger Wohnung wurden sie fündig – drei Gramm waren in den Schuhen seiner damaligen Freundin versteckt.

Dem Szene-Wirt wollte die Staatsanwaltschaft dagegen den Kauf von 0,54 Gramm beim bereits verurteilten Dealer René M. (52) anlasten. Doch der verweigerte im Bachmaier-Prozess die Aussage.

Anwalt Guttmann vermutet, dass der Ärger darüber die umstrittene Aussage der Richterin auslöste. Und selbst wenn keine Schadenersatzklage möglich sei, dann will der Münchner Jurist zumindest eines erreichen: „Eine Sensibilisierung zum Thema: Wie geht ein Richter mit einem Freispruch um?“

Sebastian Arbinger

auch interessant

Meistgelesen

Münchner Tagesmutter verhaftet - Pressekonferenz im Video
Münchner Tagesmutter verhaftet - Pressekonferenz im Video
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion