Oktoberfestkapellen üben das Kinderlied der Regensburger Band Donikkl

Wird ihr Song der Wiesn-Hit 2008?

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Die Regensburger Band Donikkl

München - Ein Wiesn-Hit entsteht nicht auf der Wiesn. Da ist das Rennen längst gelaufen. Der Vorlauf findet im Frühsommer am Ballermann statt, der Ziellauf geht durch die Volksfest-Zelte.

Vor Ende der Volksfest-Saison hatte im Jahr 2008 doch tatsächlich ein Kinderlied die Nase vorn: „So a schöner Tag“ von Donikkl.

Egal, ob beim Straubinger Gäubodenfest oder beim Rosenheimer Herbstfest: Irgendwann stehen auch die hartnäckigsten Sitzenbleiber auf der Bank, imitieren ein Flugzeug und zeigen dann ihre Muskeln: Und i fliag, fliag, fliag wia a Flieger; Bin so stark, stark, stark wia a Tiger …Der Text ist denkbar einfach – ein Kinderlied eben. Und die Choreografie liefern die Regensburger Liedermacher gleich mit – seit 2001 tanzen sie das Flugzeug, den Tiger und die Giraffe mit Kindern auf ihren Konzerten. Aber hat „So a schöner Tag“ auch das Zeug zum Wiesn-Hit? Scheinbar: Viele Oktoberfest-Kapellen haben das Lied schon einstudiert.

„Wir konnten nicht anders“, sagen etwa die Blechblosn vom Weinzelt. „Wir wurden diese Saison ständig danach gefragt– das ist verdächtig …“ Auch für die Kirchdorfer aus dem Hacker-Zelt ist das Kinderlied ein Top-Favorit. „Der Text ist einfach, die Melodie eingängig und man kann das Tempo steigern“, erklärt Chef Thomas Wohlschläger. Christian Sax von der Kapelle Otto Schwarzfischer (Schottenhamel) findet: „Die Zeile Und i nimm, nimm di bei da Hand hat einen hohen Flirtfaktor.“

Dass der Komponist das Lied – wie so manch ein anderer – nach dem Wiesn-Hit-Baukastensystem gebastelt hat, kann man ihm nicht vorwerfen. „Ich wollte nur ein Lied, das den Kindern Mut macht, das sie stark macht wie ein Tiger und ihr Selbstbewusstsein stärkt“, sagt Sänger „Donikkl“ alias Andreas Donauer. Der 32-jährige Realschullehrer ist im Jahr 2000 über die Theorie – er forschte in der Uni am perfekten Kinderlied – zur Praxis gekommen, mittlerweile hat er einen namenhaften Plattenvertrag und viele Musikpreise im Schrank. 2001 entstand das „Fliegerlied“, mit Choreografie: „Damit die Kinder endlich vom Computer aufstehen und sich bewegen.“

Wie das Lied den Weg vom Kinderzimmer ins Bierzelt fand, weiß Donauer auch nicht so genau. „Vielleicht, weil wir selbst oft auf Volksfesten spielen. Und die Erwachsenen immer mit tanzen.“ Wie auch immer: In den vergangenen Wochen häuften sich die Anfragen bayerischer Bands und schließlich auch Oktoberfest-Kapellen, die Text und Tonfolge haben wollten. Am Samstag vor dem Wiesn-Anstich ist „Donikkl“ sogar zu Gast im Fernsehen bei Florian Silbereisen.

Ob die Kinderliedermacher sich im Endspurt gegen die härtesten Konkurrenten durchsetzen können? Unterschiedlicher könnten die Gegner nicht sein: ein US-Skandal Rocker (Kid Rock mit „All summer long"), zwei Ballermann-Boys (Peter Wackel feat. Chriss Tuxi mit dem Roland Kaiser-Cover „Joana) und drei Deutschpunklegenden (Die Ärzte mit „Lasse reden“). Christian Sax von der Schwarzfischer-Wiesn-Kapelle: „Das einzige Problem ist, dass man das Donikkl-Lied außerhalb Bayerns noch nicht kennt – es wird knapp, aber sie könnten’s packen.“

N. Bautz

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