Wird er nun für immer weggesperrt?

Der heute 36-jährige Gorazd B. hatte aus Mordlust einen Jogger getötet

München - Das Münchner Landgericht verhandelt ab Montag über die Sicherungsverwahrung des Westparkmörders.

Über die nachträgliche Sicherungsverwahrung des sogenannten Westparkmörders verhandelt das Münchner Landgericht ab Montag. Der Prozess gegen den heute 36 Jahre alten Gorazd B. ist auf mindestens 24 Verhandlungstage bis zum 14. September angesetzt. Der Ausgang des Verfahrens könnte vom Bundesverfassungsgericht abhängen, das voraussichtlich im Mai über einen vergleichbaren Fall entscheiden wird.

Der zur Tatzeit 18 Jahre alte Gorazd B. war 2003 zur höchsten Jugendstrafe von zehn Jahren verurteilt worden, weil er 1993 im Münchner Westpark einen Jogger ermordet hatte. Im Mai 2010 stand die Entlassung an, doch die Staatsanwaltschaft beantragte die im Jugendstrafrecht seit 2008 mögliche nachträgliche Sicherungsverwahrung des nach Experten-Einschätzung nach wie vor hoch gefährlichen Mannes.

Der 36-Jährige ist derzeit in der Psychiatrie untergebracht. Er soll auch im Gefängnis gewalttätig geworden sein. Die nachträgliche Sicherungsverwahrung kann nur ausgesprochen werden, wenn neue relevante Tatsachen sie erfordern. Mit ausschlaggebend für die Entscheidung der Strafkammer dürften die Gutachten von zwei Psychiatern und einem Kriminologen über das Gefahrenpotenzial sein, das von dem einstigen Anführer einer Jugend-Gang ausgeht. Der damals 18-Jährige hatte das Verbrechen an dem ihm völlig unbekannten Jogger aus purer Mordlust verübt.

In einem vergleichbaren Fall hat das Landgericht Regensburg die nachträgliche Maßregel gegen einen zur Tatzeit 19-jährigen Mörder ausgesprochen. Er und drei weitere – zur Tatzeit erwachsene – Täter haben das Bundesverfassungsgericht angerufen, gestützt auch auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, das die nachträgliche Sicherungsverwahrung für rechtswidrig erklärt hatte.

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