So wird die neue Siemens-Stadt

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München - Für 100 Millionen Euro wird der Siemens-Konzern seine Zentrale umbauen. Nach der Fertigstellung sind verschachtelte Gebäude und endlose Flure Geschichte.

Dieser Umbau wird das Gesicht der Innenstadt verändern: Der Siemens-Konzern baut voraussichtlich ab kommenden Jahr für mehr als 100 Millionen Euro seine Zentrale zwischen Wittelsbacherplatz und Oskar-von-Miller-Ring um. Am Donnerstag wurde in einem Architektenwettbewerb entschieden, wie die neue Siemens-Stadt künftig aussehen soll.

Bislang besteht die Zentrale des Weltkonzerns aus einem verschachtelten Gemenge von Nachkriegsbauten, das sich zwischen dem ehemaligen Palais Ludwig Ferdinand im Süden und dem Siemens-Forum im Norden zu einer bislang für Passanten undurchdringlichen Barriere zwischen Innenstadt und Museumsviertel aufbaut. Die Häuser beherbergen endlose Flure von Einzelbüros, dazwischen recht schmucklose, finstere Innenhöfe.

Das alles soll sich ändern: Siemens-Chef Peter Löscher schweben „moderne Arbeitswelten“ vor mit offenen Büros, in denen die Mitarbeiter besser kommunizieren können. Das von Leo von Klenze 1825 erbaute Prinz-Ferdinand-Palais (in der Grafik grün) und der 1999 nach Plänen des Star-Architekten Richard Meier errichtete Komplex (gelb) sollen erhalten bleiben, der Rest (rot markiert) ist – bis auf die Fassade westlich des Wittelsbacherplatzes – zum Abbruch frei; eine Fläche von 32 500 Quadratmetern, die neu bebaut werden kann.

Die Energie-Effizienz wird in dem Neubau großgeschrieben, in dem die Konzernleitung sowie die Strategieabteilung weiter residieren werden. Löscher bezeichnete den geplanten Umbau für 1200 Mitarbeiter der Chefetage und der Strategieabteilung als „grünes Aushängeschild und ein Wahrzeichen für nachhaltige Stadtentwicklung“. Zudem betonte er: „Wir wollen in Zeiten der Globalisierung ein eindeutiges Bekenntnis zu München abgeben.“

Die Neubauten, die voraussichtlich 2015 fertig sind, sollen künftig den Münchnern und ihren Gästen zumindest tagsüber ermöglichen, quer durch das Siemens-Quartier zwischen Marienplatz und Museumsviertel flanieren zu können. Die Gesamtgeschossfläche soll von bislang 38 000 Quadratmeter auf bis zu 49 000 Quadratmeter wachsen. Die Bebauung wird mit fünf bis sieben Geschossen teilweise etwas höher als bisher.

Im Februar hatten der Konzern und die Stadt München zwölf deutsche und internationale Architekturbüros eingeladen, Konzepte für das Umbauprojekt zu entwickeln.

Am Donnerstag wählte eine 22-köpfige Jury, der neben Siemens-Chef Peter Löscher und Oberbürgermeister Christian Ude sowie Stadtbaurätin Elisabeth Merk Architekturexperten, Vertreter der Stadtratsfraktionen sowie des Stadtrats und des Bezirksausschusses angehören, den Entwurf aus, der auf dem 1,1 Hektar großen Grundstück realisiert werden soll.

OB Christian Ude sagte zum geplanten Umbau: „Das neue, offene Areal macht die Innenstadt deutlich attraktiver.“ Die Details standen bis zu dieser Ausgabe allerdings noch nicht fest.

Johannes Welte

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