Neue Blitzer auch im Petueltunnel

+
Teure Röhre: Der Petueltunnel muss für zehn Millionen nachgerüstet werden. Er soll auch einen Blitzer erhalten. 

München - Tunnel sind ein teurer Spaß: Keine zehn Jahre ist der Petueltunnel alt, schon muss er für zehn Millionen Euro nachgerüstet werden. Er soll auch einen Blitzer bekommen.

Von den Plänen berichtet der Münchner Merkur. 200 Millionen Euro hat der Petueltunnel gekostet, als er im Jahr 2002 als erster der drei großen Ringtunnels fertig wurde. Ohne Frage zählen die Verkehrsröhren zu den teuersten Infrastrukturprojekten in der Stadt. Und mit dem Bau der Tunnels ist es nicht getan: 2012, zehn Jahre nach Eröffnung des Tunnels, muss er schon wieder erheblich nachgerüstet werden: für bis zu zehn Millionen Euro.

Der Grund: Die Sicherheitsvorschriften für Tunnels sind in den vergangenen Jahren erheblich verschärft worden. Die Stadt hat daher nun eine Risikoanalyse durchgeführt, um herauszufinden, wie man die Sicherheit im Tunnel noch erhöhen kann. Dabei erstellten die Experten gleich eine ganze Liste von zwingend notwendigen Verbesserungen.

Und darauf steht ganz oben: eine Blitzeranlage. Ihr Einbau habe „hohe Priorität“, heißt es bei der Stadtverwaltung. Experten zufolge würden Blitzer erheblich zur Verbesserung der Sicherheit beitragen. Nicht die Stadt, sondern die Polizei würde die Anlage betreiben - der Kommune entstünden keine Einnahmen. Die Stadt will die Polizei nun bitten, die Anlage zu errichten.

Im Polizeipräsidium hält man die Idee durchaus für sinnvoll: In den vergangenen zwei Jahren hätten sich im Petueltunnel 131 Unfälle ereignet, davon 14 mit Personenschaden und 18 mit erheblichem Sachschaden, erläutert Polizei-Verkehrsexperte Siegfried Benker. Das sei zwar weniger als noch 2007 - man habe seither die Unfallzahlen unter anderem durch striktere Tempolimits gesenkt. „Aber wir würden die Zahl gerne weiter reduzieren.“ Die Polizei müsse aber erst prüfen, ob der Einbau von Blitzern technisch möglich sei, und welcher Aufwand dazu nötig wäre.

Doch die Blitzeranlage ist nicht die einzige Verbesserung der Sicherheit, die die Stadt anstrebt. Sie will unter anderem auch die Lüftung im Brandfall verbessern, zusätzliche Videokameras einbauen und den Rechner, der Ampeln und elektrische Verkehrsanzeigen steuert, austauschen. Die Arbeiten sollen von Frühjahr bis Ende 2012 durchgeführt werden. Hierfür müssen zeitweise Fahrbahnen oder ganze Tunnelröhren gesperrt werden. Das soll aber nur spätabends und nachts passieren.

Doch es sind nicht die einzigen Tunnelsperrungen, die auf die Münchner zukommen: Im Altstadtring- und im Brudermühltunnel muss ab Oktober 2011 die Beleuchtung erneuert werden. Zeitweise wird dafür der Altstadtringtunnel in den Nachtstunden komplett gesperrt. Auch im Brudermühltunnel werden einzelne Röhren zwischen 23 Uhr und 5 Uhr dichtgemacht. Billig wird all dies ebenfalls nicht: Neben den zehn Millionen für den Petueltunnel rechnet die Stadt mit bis zu 6,3 Millionen Euro für die beiden anderen Röhren. Am Donnerstag entscheidet der Stadtrat darüber.

Johannes Patzig

auch interessant

Kommentare