Wirte und Tafel laden ein, Paul Breitner kellnert

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Paul Breitner engagiert sich gerne und oft für die Tafel: „Heutzutage bleibt für den Nächsten nichts übrig, weil jeder schauen muss, dass er selbst über die Runden kommt, trotzdem kann jeder helfen. Es muss ja nicht viel sein.“

München - Wenn Fußball-Legende Paul Breitner sich die Kellnerschürze für die Münchner Tafel anlegt, hat er lauter Aha-Erlebnisse: „Die Menschen freuen sich, wenn ich ihnen das Essen serviere.“

 Helfen kann so einfach sein. Und Breitner hilft aus Überzeugung: „Ich erlebe seit Längerem mit, wie die Aufgaben der Tafel in München immer größer werden, weil es immer mehr Bedürftige gibt.“ Die Leute sind froh, wenn sie etwas Gutes zu essen bekommen.

Am Freitag hat es ihnen besonders geschmeckt: Die ­Innenstadtwirte haben 500 Menschen in den Hofbräu­haus-Festsaal zu Hendl mit Kartoffelsalat und einem großen Eis zum Nachtisch eingeladen. Die Portionen waren so reichlich, dass sich viele Gäste – vor allem Familien mit Kindern und ältere Menschen sind der Einladung gefolgt – den Rest haben ein­packen lassen.

Das Hendl schmeckt auch kalt zum Abendessen! Paula (7) und ihre Mama Grit Richter (42) aus Ramersdorf haben sich auch etwas eingepackt. „Dass ich meinen fünf Kindern nicht viel bieten kann, ist schlimm“, sagt die alleinerziehende Mama. Sie macht eine Ausbildung zur Erzieherin und hofft, dann nicht mehr auf Hilfe angewiesen zu sein. „Ich würde gerne öfter was unternehmen, vielleicht in den Zoo gehen“, wünscht sich Paula. Janina (9) aus Giesing ist mit ihrer Mama Manuela Trapp (39) gekommen. „Janina kommt im Herbst aufs Gymnasium“, sagt die Mama.

Sie sucht eine Arbeit, die sie zeitlich mit der Erziehung ihrer begabten Tochter vereinbaren kann. Klamotten und Schulsachen kauft sie auf dem Flohmarkt. Ohne die Tafel käme sie nicht über die Runden. Auch für Josef Schneider (71) aus Harthof ist die Tafel eine große Hilfe. Seit seine Frau im Vorjahr gestorben ist, kocht er kaum noch für sich allein. Die Tafel-Mitarbeiter achten darauf, dass er sich gesund ernährt.

Simone Herzner

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