1. tz
  2. München
  3. Stadt

Wirte-Urgestein Hagn wird 70

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Alles Gute Wiggerl. © Schlaf

München - Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Wiggerl Hagn! Der Wiesn-Wirt vom Löwenbräuzelt und vom Unionsbräu in Haidhausen wird am Donnerstag 70 Jahre.

Mit der tz haben Tochter Stephanie Spendler, Gattin Christa, Schwiegersohn Michael und die Enkel Johannes und Lukas ein ganz besonderes Geschenk vorbereitet: Einen Überraschungsartikel in der tz! Von Herzen – für Wiggerl. Der durfte von den Vorbereitungen für diese Seite natürlich nichts wissen …

Alles rund um die Wiesn gibt es auf

oktoberfest-live.de

Überraschung! Wenn alle dicht gehalten haben, sitzt Wiggerl Hagn jetzt wie jeden Tag in seinem Unionsbräu und studiert die Münchner Zeitungen. Und stellt erstaunt fest, dass die tz einen Geburtstagsartikel für ihn verfasst hat – ohne nur einmal mit ihm zu sprechen. Das ist nicht normal. Er, der Wiggerl, steht ja oft in der Zeitung – aber dann weiß er das auch, er wurde ja vorher interviewt …

Aber heute spricht nicht Wiggerl, sondern seine Familie und Freunde. Sie zeichnen ein Bild von einem Wirt und Freund, von einem Papa und Opa, dessen Herz offenbar genauso groß ist wie sein Bauch. Den hat er sich genüsslich mit Eis, Marzipan und Braten angefuttert, verrät Tochter Stephanie Spendler (42), die ein enges Verhältnis zum Papa hat: „Sein bester Wesenszug ist seine Großzügigkeit, die materielle, aber auch die im Herzen. Mein Papa ist ein sehr toleranter Mensch. Er nimmt d’ Leit’ so, wie ’s san. Und er ist immer noch wahnsinnig aufgeschlossen. Die Technik für ein neues Kassensystem bringt er sich selber bei.“

Als Stephanie Spendler nach dem Abitur Wirtin werden möchte, ist der Papa aber nicht begeistert. „Er wollte, dass ich studiere. Aber er hat mich selbst entscheiden lassen – und hat mich im Geschäft von Anfang an ­neben sich gelten lassen.“ Das rechnet die Tochter dem Vater hoch an, wie auch „seine Herzenswärme, und dass er mir im größten Stress, wenn ich fast durchdrehe, einen Witz erzählt.“

Über 50 Jahre Wiesn-Wirt, zehn Jahre Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes – Wiggerl Hagn bringt nichts aus der Ruhe. Das liegt bestimmt auch an seiner Frau Christa (66), die ihm seit 45 Jahren zur Seite steht. Sie mag alles an ihrem Wiggerl: „Von der Figur über den Schnurrbart bis zu seinem großen Herzen.“ Die zwei haben sich schon als Kinder gekannt. Und verliebt, als der gelernte Koch, Metzger und Kellner Anfang der 60er Jahre nach einem Jahr New York heim nach München kommt. „Er war so fröhlich – das ist er ja heute noch. Und ausschauen tut er auch immer noch so gut!“

Der Betrieb hat Christa und Wiggerl Hagn zusammengeschweißt – aber auch die gemeinsamen Interessen. „Wir haben vier Kultur-Abos: für die Oper, die Philharmonie, den Herkulessaal und die Bayerischen Symphoniker. Wiggerl geht sogar ins Ballett mit seiner Christa. Und sagt danach: „Es war toll!“

„Das meint er auch so“, versichert Tochter Stephanie. Da zeigt sie sich, die viel gepriesene Toleranz. Leben und leben lassen. Das hat auch Wiggerls Mutter Berta Hagn so gehalten, und ihr einziges Kind mit 22 Jahren in den Wiesn-Ver­trag aufgenommen. Genauso hat es Wiggerl Hagn 1999 mit seiner Tochter gemacht. „Unsere Oma wäre heute 97 Jahre geworden. Sie ist wie der Papa am 10. Dezember geboren“, sagt Steffi. Berta Hagn ist dieses Jahr Ende Februar gestorben. „Der 70. ist der erste Geburtstag meines Vaters, den er nicht mit seiner Mutter feiert. Sie wird ihm fehlen.“ Vielleicht trinkt Berta Hagn im Geiste ja ein Glaserl mit auf ihren Wiggerl? Auf der Erde hat er jedenfalls einen Haufen Gratulanten!

Simone Herzner

Auch interessant

Kommentare