Verbot gefährdet Unternehmen

Wirtschaft fordert: Grüne Welle statt Diesel-Fahrverbot

Der Streit um ein mögliches Dieselfahrverbot in München geht weiter. Jetzt schaltet sich die Wirtschaft ein: Verbände sehen Unternehmen gefährdet und fordern stattdessen mehr grüne Wellen.

München - IHK und Handwerkskammer, beide für München und Oberbayern zuständig, sowie die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft lehnen ein Dieselfahrverbot und auch eine City-Maut unisono ab. „Ein partielles Dieselfahrverbot würde derzeit mehr als 90 Prozent der Dieselfahrzeuge aus der Münchner Innenstadt aussperren.“ Solche Maßnahmen seien „unverhältnismäßig“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung vom Freitag. Eine blaue Plakette, wie sie zum Beispiel von den Grünen gefordert wird, wäre aus Sicht der Wirtschaft nur mit „ausreichenden Übergangsfristen“ möglich. Wie lange diese Fristen in der Praxis dann wirklich sein sollen, könne man so genau nicht sagen, erklärt ein IHK-Sprecher auf Nachfrage. Sie sollten sich eben „an den Nutzungszeiträumen von Dieselfahrzeugen orientieren“. 

Man wolle damit gewährleisten, dass Unternehmer mit den Autos, die sie kaufen, dann auch wirklich in die Innenstadt kämen. Weiter heißt es: „Außerdem braucht die Wirtschaft die Zusicherung der Fahrzeughersteller, dass die Euronorm-6-Fahrzeuge die versprochenen Grenzwerte tatsächlich einhalten.“

Lesen Sie hier: „Stinker raus! - So geht es mit den Fahrverboten weiter“

Massiver Schaden für Unternehmer befürchtet

Durch ein Dieselfahrverbot sieht die Wirtschaft „zahlreiche Unternehmen in ihrer Existenz gefährdet“. Transportunternehmer könnten keine Güter mehr liefern, Händler keine Waren mehr erhalten, Handwerker ihre Kunden nicht aufsuchen. Auch Bus und Taxiunternehmen bekämen große Probleme, Fahrgäste in die Innenstadt zu bringen, Pendler könnten ihren Arbeitsplatz nicht erreichen. „Einfahrverbote würden dem Wirtschaftsstandort München massiven Schaden zufügen“, sagt IHK-Chef Peter Driessen. „Und noch mehr Verkehrschaos verursachen.“

Um die Luftqualität zu verbessern, sollten Kommunen lieber „Grüne Wellen“ einführen, um den Verkehrsfluss zu steigern, sagt VBW-Präsident Alfred Gaffal. Das senke die Stickstoffbelastung erheblich.

Lesen Sie hier: Porsche-Chef hat Verständnis für Diesel-Fahrverbote

Rubriklistenbild: © dpa

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