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Wirbel um Habeck-Aussagen bei ARD-Talk: Münchner Café bittet ihn jetzt zur Nachhilfestunde

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Von: Miriam Haberhauer

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Minister Habeck bei "Maischberger“
Zum Frühstück lädt ein Münchner Café Wirtschaftsminister Habeck ein. Mit auf der Karte: Nachhilfe in Wirtschaftsgrundlagen. © picture alliance/Oliver Ziebe

Wirtschaftsminister Habeck brachte bei „Maischberger“ einige brisante Aussagen. Ein Münchner Café reagiert mit einem ungewöhnlichen Angebot: Der Minister möge doch bitte zum Frühstück vorbeikommen – mit auf der Karte: Nachhilfe in Wirtschaftsgrundlagen.

München – Vergangenen Dienstagabend war Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wieder einmal zu Gast bei „Maischberger“. In der Talksendung diskutierte er gemeinsam mit Ex-Bundespräsident Christian Wulff (CDU) und diversen Experten über die Energiekrise, sowie AKW-Laufzeiten. Bei der Frage, ob er angesichts der Energiekrise eine Insolvenzwelle deutscher Betriebe erwartet, irritierte der Minister viele Zuschauer mit seinen Antworten.

Habeck-Aussagen polarisieren – Münchner Café lädt Wirtschaftsminister zum Frühstück ein

Die Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine haben Deutschland längst erreicht. Die Bundesrepublik befindet sich aktuell in der schwersten Energiekrise seit ihrer Geschichte. Vizekanzler Habeck war im Gespräch mit Maischberger bemüht, seine Politik zu rechtfertigen. Mit im Gepäck hatte er einige Seitenhiebe auf Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Finanzminister Christian Lindner (FDP).

„Erwarten Sie eine Insolvenzwelle am Ende des Winters?“, wollte Moderatorin Sandra Maischberger vom Grünen-Politiker wissen. „Nein, das tue ich nicht“, stellte dieser klar. Schob aber hinterher: „Ich kann mir vorstellen, dass bestimmte Branchen einfach erst mal aufhören zu produzieren.“ Gemeint sind damit seiner Aussage nach beispielsweise Bio- und Blumenläden, sowie Bäckereien.

Dem Minister zufolge würden insbesondere diese die Auswirkungen des zurückhaltenden Kaufverhaltens der Bürger zu spüren bekommen: „Sie sind nicht automatisch insolvent, aber sie hören vielleicht auf zu verkaufen.“ Maischberger reagierte sichtlich irritiert und hakte nach.

Vizekanzler Habeck irritiert – und muss viel Kritik einstecken

Habeck stellte zusammenfassend klar: „Ich weise darauf hin, dass es nicht automatisch eine Insolvenzwelle geben muss, aber es kann sein, dass sich bestimmte Geschäfte nicht mehr rentieren und eingestellt werden“, so der Politiker. Womöglich könnten sie ihren Betrieb zu einem späteren Zeitpunkt dann aber wieder aufnehmen. Es sei dann Aufgabe der Politik, entsprechend auf diese Gefahrenlage zu reagieren, so der Wirtschaftsminister weiter.

Die Aussagen des Grünen-Politikers polarisierten und zogen einen regelrechten Shitstorm nach sich. Reaktionen wie „Gar keine Ahnung, wirklich null, von dem, was er da redet“ und „Entweder ist der unfassbar blöd oder der stellt sich dumm“, waren unter anderem auf Twitter zu lesen.

„Vielleicht liegt es am fehlenden Frühstück“ – Münchner Café lädt Habeck zu sich ein

Auch ein Münchner Café zeigte wenig Verständnis für die Aussagen des Ministers und nutzte die aktuelle Debatte für eine charmante Einladung. Auf Facebook machte das Café Luitpold dem Wirtschaftsminister ein einladendes Angebot. Er möge doch bitte direkt bei ihnen in der Brienner Straße vorbeikommen: „Vielleicht liegt es am fehlenden Frühstück, dass Minister Habeck nicht klar ist, dass ein Stopp der Produktion quasi das Ende eines Unternehmens ist.“

Ihrer Ansicht nach, scheint sich der Minister der Tragweite seiner Aussagen nicht bewusst zu sein. „Deshalb laden wir ihn gern zum Frühstück ein. Er könnte sich satt essen, während wir ihm erklären können, dass Betriebsschließungen keine Betriebsferien sind, nach denen man wieder öffnet“, erklärte das Münchner Traditionscafé am Odeonsplatz.

„Wie wäre es, Herr Habeck? Noch gibt es das Konditorenhandwerk und die Kaffeehauskultur in Deutschland. Noch ...“, schloss das Café seine Einladung. Mit dem ungewöhnlichen Angebot stieß es schnell auf Zustimmung. „1:0 für das Café“, stellte ein Nutzer trocken fest.

Ob der Wirtschaftsminister die Einladung des Münchner Cafés wirklich annehmen, geschweige denn, ob sie ihn überhaupt erreichen wird, ist fraglich. Nach seinen kontroversen Aussagen erfährt Habeck von einem Top-Ökonomen nun aber teilweise Zustimmung. (mlh)

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