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Binden-Eklat von Katar: Erstes schwules Team in DFB-Betrieb mit deutlichem Zuruf ans Flick-Team

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Von: Lukas Schierlinger

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Jetzt wollen die Streetboys München Taten sehen. Nach dem WM-Eklat um die „One-Love-Binde“ nehmen die C-Klassen-Kicker das DFB-Team in die Pflicht.

München - „Was ist schon eine Gelbe Karte, ein Punkt Abzug, wenn man mit einer kleinen Geste für die Freiheit und Rechte von Millionen Menschen einstehen kann?“ – Die Streetboys München sprechen aus, was derzeit viele Menschen in der Bundesrepublik umtreibt. Vor dem ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der umstrittenen Fußball-WM in Katar sind sportliche Fragen vorerst aus dem Fokus geraten.

Am Montag – zwei Tage vor dem Auftaktmatch der Flick-Elf – wurde bekannt, dass Kapitän Manuel Neuer entgegen vorheriger Beteuerungen nicht mit der sogenannten „One-Love-Binde“ auflaufen wird. Weitere europäische Verbände knickten ein. DFB-Manager Oliver Bierhoff führte dies in einer Pressekonferenz auf den Druck der Fifa, die offenbar sportliche Sanktionen angedroht hatte, zurück: „Es fühlt sich stark nach Zensur an.“

Mit großer Enttäuschung haben die Streetboys München die Entscheidung aufgenommen. Die Fußballsparte vom Team München e.V. ist Deutschlands erstes schwules Fußballteam, das im offiziellen DFB-Ligabetrieb an den Start geht. Inzwischen laufen auch Hetero- und Transpersonen für den Verein auf.

Fußball-WM in Katar: Enttäschung nach Binden-Streit - „Scheinheilige Argumente“ der Fifa

„Wir tragen die Regenbogenfarben jeden Sonntag auf der Brust, mit Stolz, Überzeugung und vor allem auch im Sinne der Solidarität. Viele Menschen, vom Amateurverein bis in die Bundesliga, setzen jedes Wochenende Zeichen für Menschenrechte, für Gleichheit und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Warum nicht unsere Nationalmannschaft“, erklären die C-Klassen-Kicker gegenüber unserer Redaktion. ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann hatte sich in der Binden-Frage mit ihrem Outfit klar positioniert. Rodel-Olympiasieger Felix Loch forderte die Abreise der Nationalmannschaft. In sozialen Netzwerken sparten User nicht mit Kritik an der DFB-Elf.

Streetboys in München
Spieler der Streetboys vor der Münchner Allianz Arena. © Streetboys

„Dass die FIFA sich hinter scheinheiligen Argumenten des Respekts vor den unterschiedlichen Kulturen versteckt, verärgert umso mehr“, erklärten die Streetboys in Bezug auf den vielfach kritisierten Allmachtsanspruch des Weltverbandes. Der DFB habe verpasst, Widerstand zu leisten – und damit eine historische Chance vertan?

Streetboys München zur Katar-WM: „Hoffen, dass unsere Vertreter Mut finden, solidarischer zu sein“

Jetzt appellieren die Streetboys an ihre sportlichen Vorbilder: „Wir hoffen, dass unsere Vertreter in Katar Mut finden, besser und solidarischer zu sein“, denn: „Einen rückgratlosen Weltmeister brauchen wir nicht.“ (lks)

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