Wird jetzt das Umland zugebaut?

Wo wir in Zukunft wohnen

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Wer kanns ich in Zukunft noch eine Wohnung in München leisten?

München - Eine der schwierigsten Fragen der Stadt: Wie soll das Wohnproblem gelöst werden? Klar ist: Mehr Wohnungen müssen her, erst recht im Umland. Doch auch dort ist es mit den Bauvorhaben nicht so einfach...

So leicht lässt sich der Wohn-Wahnsinn der Stadt leider nicht lösen: Es müssten nur immer zwei Alleinstehende zusammenziehen, zitiert Stadtbaurätin Elisabeth Merk einen Vorschlag. Abertausende Apartments würden frei, die Mieten würden ins Bodenlose taumeln.

So gezwungen wollen die Münchner sicher nicht zusammenleben. Aber wie dann? Und vor allem wo? Einfache Fragen, schwierige Antworten: Sie liegen im Labyrinth zwischen Landehauptstadt, Gemeinden, Freistaat und Bund, Investoren und Staat, vor allem aber zwischen Stadt und Umland. Darum hat OB Christian Ude (SPD) eine Regionale Wohnungsbaukonferenz einberufen. Am Ende freuen sich alle, miteinander geredet zu haben. Nach Jahrzehnten des Wohn-Wahnsinns!

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So wachsen die Kauf- und Mietpreise im Münchner Umland (VERGRÖßERUNG)

Mehr Wohnungen müssen her, erst recht im Umland. „Das sagt sich in der Stadt so leicht“, bekennt der OB und weiß, dass bei jedemBauvorhaben die Bürgerinitiativen noch schneller anrücken als die Bagger. Wer wollte da das Umland zwingen? Beim Wohnungsbau regiert die Kleinstaaterei, das letzte Wort hat der Bürgermeister, der wiedergewählt werden will. Von Bürgern, die oft aus der Stadt zugezogen seien, sagt der Fürstenfeldbrucker Landrat Thomas Karmasin (CSU). „Die kommen abends heim und wollen nur noch grillen.“ Statt unter Baulärm und Nachbarn zu leiden.

Ein paar Gewissheiten gibt es doch: Der ganze Großraum wird attraktiv bleiben. Schon heute fehlen 87 000 Fachkräfte, sagt Peter Kammerer, Vize-Chef der IHK. Weil die Einkommen steigen, klettern die Mieten weiter, wenn auch nicht mehr so extrem wie zuletzt, erwartet die Marktforscherin Heike Piasecki von BulwienGesa. Damit das Umland sich die Neu-Bürger leisten kann, brauchen die Gemeinden auch Arbeitsplätze, um aus der Steuer Straßen und Kindergärten zu finanzieren. Außerdem müssen Bund und Freistaat in den Nahverkehr auch im Umland investieren, damit nicht alle im Smog ersticken.

München von oben im Vergleich: 1962 und 2011

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„Wenn alles so weitergeht, werden sich München nur noch zwei Gruppen leisten können“, sagt Sozialreferentin Brigitte Meier (SPD) – die Armen, die mit Wohnungen versorgt werden. Und die Reichen, die sich noch Wohnungen leisten können.

David Costanzo

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