Wo war Take That nach dem Konzert?

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Die Menge starrte wie gebannt auf Ex-Teenie-Star Howard Donald am Mischpult

München - Ein Abend voller Rätsel: Nur ein Mitglied von Take That ließ sich trotz enormer Sicherheitsvorkehrungen im Pacha sehen. Wo die anderen waren? Partygaenger-Kolumnist Thomas Oßwald fand die Antwort.

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Da muss Großes anstehen im Pacha: Absperrgitter auf dem Gehweg, Hausherr Michi Kern an der Türe, davor mehr als 200 Partygänger, die sich rechts unter dem Schild („Reservierungen, VIPs“) oder links für Normalos anstellen. Vor sämtlichen Ein- und (Not-)Ausgängen muskelbepacktes Security-Personal in T-Shirt oder Anzug mit strengem Blick – alle mit Draht aus dem Ohr, als würden jederzeit die Staatskarossen eines G8-Gipfels am Maximiliansplatz halten.

Bereits am Nachmittag waren Bodyguards da, die die feine Location auf ihre Tauglichkeit überprüften und den Sicherheits-Stempel aufdrückten, erzählt Tom Hilner, ein anderer Chef des ­Nobel-Clubs im Stadtzentrum. 130 Plätze seien reserviert worden, drinnen, im leicht erhöhten VIP-Bereich gleich neben der Tanzfläche, dazu eine Art Loge draußen auf der Terrasse. Der Robbie käme auch, ziemlich sicher, sagt Hilner noch. Obwohl, das könne man nicht garantieren. Nur dass Howard Donald auflegt, sei vertraglich fixiert.

Take-That-Mitglied Howard Donald am Freitagabend als DJ im Pacha

Kurzum: Take That ist in der Stadt. Und weil das Konzert im Olympiastadion das letzte der Tournee war, wollten Band und Crew danach mit einer ausgelassenen Party voneinander Abschied feiern. Kurz nach Mitternacht kommen die ersten TT-ler, sichtbar eher von der Technik- als von der singenden Fraktion. Kurz nach halb eins erste Aufregung, als zwei Dutzend englisch sprechende Gäste mit VIP-Band um’s Armgelenk und von Pacha-Personal eskortiert in das Lokal einlaufen. Die Jungs in Designer-Shirts, die Mädels überwiegend mit turmhohen Amy-Winehouse-Gedächtnisfrisuren. Aber kein Gary Barlow, Mark Owen, Howard Donald und schon gar kein Robbie Williams dabei.

Selten war die Frauenquote höher im Pacha. Und weil auf der Terrasse die Party unter den Crew-Mitgliedern schon in vollem Gange ist, konzentrieren sich die Fans auf diesen Bereich. Derweil muss Howard Donald unerkannt durch den Hintereingang geschlüpft sein. Kurz nach halb zwei Uhr am Samstag morgen entert er das erhöhte DJ-Pult und legt mit einem starken Set aus Uplifting House in seiner zweiten Musik-Karriere los – als DJ.

Immer wieder reißt er die Arme nach oben, um die Crowd unter ihm zum Po-Wackeln zu animieren. Aber anstatt zu tanzen, starren alle gebannt und mit gezücktem Smart­phone auf den Ex-Teenie-Star. Die Handys zum Himmel, Blitze aus dem Stroboskop mischen sich mit denen aus den Kameras, im Hintergrund bemühen sich zwei Gogo-Tänzerinnen redlich zum stakkato-artigen Sound.

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Ihnen gegenüber ist der VIP-Bereich, der mit Seilen und Bodyguards abgetrennt ist – wie der ganze Club – brechend voll. Neben Schampus fließt vor allem Wodka der Premium-Marke Belvedere aus sich schnell leerenden Drei-Liter Pullen. Auch die zur Recherche hinzugezogene Take-That-Koryphäe Nina (22), die mit zwei Freundinnen zur Pacha-Party gekommen ist, vermag keinen Kollegen von „Howie“ unter dem Partyvolk auszumachen. Obwohl Andreas Haidinger von der benachbarten 089-Bar fest versichert, „zwei oder drei sind schon da, nur der Robbie nicht, aber der kommt wohl nicht“. Und wenn, dann „aber nur für eine Stunde, danach feiern sie am geheimen Ort weiter“, fügt der Club-Chef noch hinzu.

Läuft da was an uns vorbei? Es ist bereits fast halb drei Uhr. Zur Sicherheit mal das Trader Vics im Hotel Bayerischer Hof ab­checken. In dem polynesischen Restaurant feiern Pop- und Rock-Größen gerne nach ihren Konzerten, so wie einst Mick Jagger, ­Bruce Springsteen oder AC/DC. Außerdem bettet die Band in der Nobel-Herberge ­ihre Häupter. „Keiner da“ sagt der Res­taurant-Manager, „die sind alle außer Howard Donald nach dem Konzert gleich auf ihr Zimmer.“

Thomas Oßwald

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