Wochenend-Bilanz

Viele Alkohol-Opfer: Freunde und Helfer gefragt

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Eine ganze Reihe von Alkohol-Opfern fand sich am Wochenende in München in der Arrestzelle der Polizei wieder.

München - Die "Hauptstadt des Bieres" war am Wochenende auch die Metropole des Vollrauschs. Von Hilfseinsätzen am laufenden Band berichtet die Bundespolizei - in den meisten Fällen war (sehr viel) Alkohol im Spiel.  

Das Einsatz-Protokoll der Bundespolizei liest sich, als ob es am Wochenende in München für viele Zeitgenossen beim Trinkgenuss keine Hemmungen mehr gab. Zwar mussten die Beamten auch in einigen Fällen helfen, wo Menschen gesundheitsbedingt Hilfe brauchten. Überschattet wurde das Geschehen aber von Personen, die im Vollrausch vorgefunden wurden und zu nichts mehr fähig waren!

Mit 4,44 Promille hatte ein 50-Jähriger am meisten Alkohol im Blut. Ganz im Gegensatz zu andern Volltrunkenen zeigte er sich jedoch noch relativ standfest.

Das Wochenend-Protokoll der Bundfespolizei im Einzelnen:

Am Freitag:

- war gegen 10:00 Uhr ein 33-Jähriger aus der Schwanthalerhöhe aufgefallen. Er konnte alkoholbedingt weder alleine Stehen, noch Gehen. Da ihm auch das Sprechen mit 3,57 Promille Atemalkohol nur mehr bedingt möglich war, musste er -mangels Gewahrsamsfähigkeit- vom Rettungsdienst in eine Münchner Klinik verbracht werden.

- war, ebenfalls gegen 10:00, Uhr ein 58-jähriger, wohnsitzloser Rumäne stark betrunken am Haupteingang auf dem Boden liegend aufgefunden worden. Er war nur bedingt ansprechbar und nicht in der Lage selbstständig zu gehen. Erst nach mehrstündiger Ausnüchterung im Gewahrsam konnte er die Wache wieder verlassen.

- wurde gegen 23:00 Uhr am S-Bahnhaltepunkt Fasanengarten ein sichtlich alkoholisierter 43-jähriger Österreicher angetroffen. Der Mann, der in Pasing wohnt, konnte nicht ohne Hilfe laufen und machte einen verwirrten Eindruck. Auf dem Weg zum Hauptbahnhof wurde der Zustand des 43-Jährigen stabiler, so dass er gegen 00:30 Uhr selbstständig seinen Heimweg antreten konnte.

- wurde gegen 23:20 Uhr ein 50-jähriger Grieche stark alkoholisiert angetroffen. Er wies einen Atemalkoholwert von 4,44 Promille auf. Ein von ihm mitgeführtes Taschenmesser sowie ein Pfeffer-/Tierabwehrspray wurden sichergestellt. Trotz seiner starken Alkoholisierung war er in der Lage selbstständig seinen Wohnort in Sendling anzusteuern.

Am Samstag:

- waren kurz nach 02:30 Uhr bei einem alkoholauffälligen 56-Jährigen aus Frankfurt/Main 3,15 Promille Atemalkohol gemessen worden. Er wurde an der Wache für mehrere Stunden ausgenüchtert.

- erschien den Beamten gegen 13:15 Uhr eine Person, die sich "als Gott" ausgab. Ermittlungen ergaben, dass der 25-Jährige aus Kempten aus dem BKH Kempten, in dem er sich freiwillig aufgehalten hatte, entwichen und nach München gefahren war. Aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme wurde er auf ärztliches Anraten in ein Krankenhaus vermittelt. Die Klinik im Osten Münchens erreichte er mittels Taxi, für das ihn die Bahnhofsmission Geld verauslagt hatte.

- fiel gegen 14:15 Uhr in einer S8 Richtung Flughafen am Ostbahnhof ein 51-Jähriger aus Herrsching auf. Aufgrund starker Alkoholisierung wurde ihm von DB-Personal die Weiterfahrt untersagt. Ihm wurde ein Platzverbot erteilt und er setzte seinen Weg zu Fuß fort.

- wurde gegen 18:30 Uhr ein 63-jähriger Österreicher im ICE 1209 (Nürnberg-München) vom Zugbegleiter in einem verwirrten Zustand angetroffen. Der Niederösterreicher aus Amstetten wurde, nachdem sich sein Zustand gebessert hatte, von der Bahnhofsmission mit einer Fahrkarte ausgestattet. Er konnte selbstständig mit dem EN 463 seine Heimreise antreten.

Am Sonntag:

- wurde gegen 02:00 Uhr ein stark alkoholisierter 27-jähriger Pole vor einem Schnellrestaurant an der Friedensstraße angetroffen. Der Wohnsitzlose konnte nicht mehr selbstständig gehen und befand sich erkennbar in einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Zustand. Nach Atemalkoholmessung (3,28 Promille) wurde er für mehre Stunden in Schutzgewahrsam genommen.

- wurde gegen 06:40 Uhr ein 29-jähriger Grafinger aufgegriffen, der seinen Weg nicht mehr selbstständig fortsetzen konnte. Nach Messung von 3,3 Promille Atemalkohol wurde auch er in Schutzgewahrsam genommen.

Ein Hilfseinsatz für eine 48-jährige Niedersächsin fiel im Vergleich vorgenannter Fälle völlig aus der Rolle. Sie hatte den Schlüssel ihres Fahrradschlosses vergessen. Nachdem sie den Beamten das Fahrrad glaubhaft als eigenes darstellen konnte und ihre Personalien hinterließ, konnte ihr mittels Bolzenschneiders am Samstagabend gegen 21:45 Uhr geholfen werden.

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