Sonne und Freude pur

So sommerlich war das Wochenende in München

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Die grüne Lunge der Stadt am ­Wochenende: ein Traum! Ob beim Tretbootfahren oder im Seehaus-Biergarten.

München - Am Wochenende durften die Münchner die Schönheit unserer Stadt in vollsten Zügen genießen - ob im Englischen Garten oder am Wedekindplatz. Die tz genoss mit:

Jetzt ist es endlich so weit: Der Winter hat sich endgültig verabschiedet, und am Wochenende durften die Münchner die Schönheit unserer Stadt in vollsten Zügen genießen. Sommerliche Temperaturen für die Sonnenanbeter etwa im Englischen Garten und ausgelassene Stimmung beim Schwabinger Bürgerfest am Wedekindplatz. Die tz genoss mit – lesen Sie selbst:

Englischer Garten

Nein, dieses Tretboot ist nicht in Seenot: „Das hat total Spaß gemacht!“, lacht die Familie Helm am Samstag. Alex (45) und Gattin Ilyana (39) sind mit ihren Söhnen Marc (9) und Pascal (6) im Englischen Garten unterwegs – und der Nachwuchs war zuvor schon fleißig: „Unsere Söhne haben am Morgen schon den Stadtlauf mitgemacht, und jetzt ging’s hierher weiter. Am Sonntag dann treffen wir die Großeltern in Andechs. Wir machen uns ein richtig schönes Wochenende!“

Mit kühlen Getränken lässt es sich im Seehaus aushalten.

Wie auch Stephan Göbel (29, Foto) aus Frankfurt und Piérre Kuechler aus München. „Wir gehen später noch an den Eisbach, und am Abend wird in der Stadt gefeiert. München kann schon was im Sommer!“

Schwabinger Bürgerfest

Wir sind im Herzen Schwabings – auf dem Wedekind-Platz. Der wurde zwar schon im November frisch saniert, aber am Samstag fand die feierliche Wiedereröffnung statt. Maßarbeit, was das Wetter angeht – und Maßarbeit für die Bedienungen der Stadt.

Auf dem Wedekindplatz darf man sich etwa an den wunderschönen Brunnen setzen oder die schiefe Laterne bewundern. Sie erinnert an die Schwabinger Gisela und ihr legendäres Lokal. Dort brauchte man 1960 Platz für Lautsprecher-Anlagen, und die Laterne stand im Weg. Sie wurde zurechtgebogen … Eine schöne Erinnerung.

So sah München Anfang der 70er-Jahre aus

München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
11 Uhr auf dem Marienplatz ist Zeit fürs Glockenspiel – keine Absperrung, keine Schnur, kein Gitter, kein Zaun trennte die Touristen unter dem Neuen Rathaus von der 30 Meter tiefen Baugrube des U- und S-Bahnhofes. Wie durch ein Wunder ist niemand hineingefallen, obwohl alle eine Viertelstunde lang nur nach oben blickten. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Die Baustelle auf dem Marienplatz. © Heinz Gebhardt
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Unter dem Marienplatz, noch ohne Zwischengeschoss: Eine Mega-Halle. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Ein Blick auf den Marienplatz. Bessergesagt Mariengrube. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Offene Baugrube von Schwabing zum Odeonsplatz: Die Straßenbahn fuhr auf riesigen Stahlträgern über das U-Bahn-Bauloch von der Münchner Freiheit bis zum Odeonsplatz, Autos durften mal links, mal rechts, mal gar nicht dahinschleichen und Fußgänger suchten sich selbst irgendeinen Wanderweg durch das Baumaschinenparadies. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Ohne Promis und Medienspektakel, dafür mit 1500 Dackeln und lustigen Münchnern feierte Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel das Ende der Baugrubenzeit und die Eröffnung der Fußgängerzone. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Das erste moderne Hochhaus Münchens steht längst unter Denkmalschutz: 1974 begann der Bau des 113 Meter hohen Hypo-Towers. Ein Höhepunkt! © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Pünktlich zu Olympia wurde der 99,5 Meter hohe BMW-Vierzylinder fertiggestellt – hier ein Foto aus der Bauzeit. Während der Spiele musste er auf seinen Namen verzichten: Das BMW-Logo wurde abmontiert, weil die Olympiaveranstalter keine kostenlose Werbung duldeten … © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Das kurioseste Bauwunder um 1970 war die Stachusbrücke, eine gewaltige Holzbrücke von der Bayerstraße zum Karlstor. Sie war der einzige Weg, um von einer Seite auf die andere zu kommen – und das zudem nur für Menschen, die gut zu Fuß waren. Für ältere Menschen, Behinderte und Kinderwagen: keine Chance! Bei Schneefall gesperrt, schlitterten und purzelten im Winter trotzdem alle hinüber und herunter. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Entweder ­wurden Absperrungen ignoriert und man schlüpfte durch jede sich bietende Baulücke, oder man setzte vorsichtshalber doch mal einen Bauhelm auf und spazierte einfach durch die Betonröhren. Die Münchner wussten sich halt zu helfen … © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Auf dem ehemaligen Flughafen Oberwiesenfeld entstanden Olympiastadion und Olympiahalle. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Die Schuttberge drumherum mit den Trümmern des Zweiten Weltkriegs wurden begrünt und zum Erholungsgebiet Olympiapark. © Heinz Gebhardt

Über ein Jahr wurde der Platz verschönert, 1,83 Millionen Euro hat die Stadt dafür in die Hand genommen. Und jetzt, bei der Eröffnung am Samstag, war die Stimmung bestens: „Der Platz ist ein Sinnbild für Schwabing“, meint etwa der Künstler Wolfgang Roucka. Klar, dass sich Alt-OB und Ur-Schwabinger Christian Ude die Feier nicht entgehen ließ und auch eine Rede hielt. „Die Eröffnung des Platzes ist die Erfüllung eines Traumes“, sagt der 68-Jährige. „Hier ist einfach ein richtig schöner Platz zum Verweilen entstanden. Das ist der Beginn eines herrlichen Schwabinger Sommers“, ist er sich sicher.

Ruth Megary feierte ihren 93.

Und dann ist da ja noch eine Stimme Schwabings: Ruth Megary. Die Sängerin und Schauspielerin feierte unter der Laterne (und nicht nur da) gleich mal ihren kaum zu glaubenden 93. Geburtstag. Sie sehen: Schwabing lebt und ist nicht unterzukriegen.

Florian Fussek

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