"Wir kämpfen für Menschlichkeit!"

Wohlfahrtsverbände demonstrieren gegen Pflegenotstand

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Die Demo vor dem Sozialministerium in der Winzererstraße – dann ging es per Autokorso zur AOK-Zentrale. Über 800 ambulante Dienst der Wohlfahrtsverbände gibt es in Bayern. Sie versorgen rund 40 000 Menschen.

Symbolisch stellt sich Hans Lindenberger noch schnell vor das große Plakat der Caritas.

„Pflege-Skandal“ ist darauf zu lesen. Dann hebt der Prälat und Caritas-Chef kämpferisch die Hand. „Die ambulanten Dienste haben durch den Sparwahnsinn der Kassen keine Zukunft mehr“, ruft er. Zustimmendes Nicken – im Hintergrund hupen Autos.

Wohlfahrtsverbände demonstrieren gegen den Pflegenotstand

Wohlfahrtsverbände demonstrieren gegen den Pflegenotstand © 
Mit Autokorsos in München und Nürnberg haben am Freitag mehrere hundert Pflegekräfte gegen die ihrer Meinung nach zu geringen Gebührensätze im Pflegebereich protestiert. Nach Angaben der Organisatoren fuhren die Teilnehmer in München mit rund 70 Autos zum Sozialministerium und zur AOK-Geschäftsstelle © Schlaf
Mit Autokorsos in München und Nürnberg haben am Freitag mehrere hundert Pflegekräfte gegen die ihrer Meinung nach zu geringen Gebührensätze im Pflegebereich protestiert. Nach Angaben der Organisatoren fuhren die Teilnehmer in München mit rund 70 Autos zum Sozialministerium und zur AOK-Geschäftsstelle © Schlaf
Mit Autokorsos in München und Nürnberg haben am Freitag mehrere hundert Pflegekräfte gegen die ihrer Meinung nach zu geringen Gebührensätze im Pflegebereich protestiert. Nach Angaben der Organisatoren fuhren die Teilnehmer in München mit rund 70 Autos zum Sozialministerium und zur AOK-Geschäftsstelle © Schlaf
Mit Autokorsos in München und Nürnberg haben am Freitag mehrere hundert Pflegekräfte gegen die ihrer Meinung nach zu geringen Gebührensätze im Pflegebereich protestiert. Nach Angaben der Organisatoren fuhren die Teilnehmer in München mit rund 70 Autos zum Sozialministerium und zur AOK-Geschäftsstelle © Schlaf
Mit Autokorsos in München und Nürnberg haben am Freitag mehrere hundert Pflegekräfte gegen die ihrer Meinung nach zu geringen Gebührensätze im Pflegebereich protestiert. Nach Angaben der Organisatoren fuhren die Teilnehmer in München mit rund 70 Autos zum Sozialministerium und zur AOK-Geschäftsstelle © Schlaf
Mit Autokorsos in München und Nürnberg haben am Freitag mehrere hundert Pflegekräfte gegen die ihrer Meinung nach zu geringen Gebührensätze im Pflegebereich protestiert. Nach Angaben der Organisatoren fuhren die Teilnehmer in München mit rund 70 Autos zum Sozialministerium und zur AOK-Geschäftsstelle © Schlaf
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Mit Autokorsos in München und Nürnberg haben am Freitag mehrere hundert Pflegekräfte gegen die ihrer Meinung nach zu geringen Gebührensätze im Pflegebereich protestiert. Nach Angaben der Organisatoren fuhren die Teilnehmer in München mit rund 70 Autos zum Sozialministerium und zur AOK-Geschäftsstelle © Schlaf
Mit Autokorsos in München und Nürnberg haben am Freitag mehrere hundert Pflegekräfte gegen die ihrer Meinung nach zu geringen Gebührensätze im Pflegebereich protestiert. Nach Angaben der Organisatoren fuhren die Teilnehmer in München mit rund 70 Autos zum Sozialministerium und zur AOK-Geschäftsstelle. © Schlaf

Es war ein seltenes Bild Freitagmittag in der Winzererstraße vor dem Sozialministerium, als rund 200 Chefs sowie Pflegekräfte aller Wohlfahrtsverbände mit einem großen Autokorso den Sparkurs und die niedrigen Gebühren der Kassen in der Pflege anprangerten. Egal ob Rotes Kreuz, Diakonie oder Caritas – sie alle waren gekommen. Jeder weiß: Wenn die Wohlfahrtsverbände (die sonst auch mal Konkurrenten sind) an einem Strang ziehen, muss die Lage prekär sein!

„Uns steht das Wasser einfach bis zum Hals“, erklärt Hans Lindenberger den Zusammenschluss. Das Problem: Seit 2004 haben die Krankenkassen in der ambulanten Pflege keine Gebührenerhöhung mehr genehmigt – und viele ambulante Dienste pfeifen jetzt aus dem letzten Loch. „Wir bekommen für medizinische Leistungen aber auch bei der Wegpauschale noch immer die gleichen Summen wie vor vier Jahren“, erklärt Lindenberger. Und das, obwohl alleine durch die Inflation der Wert des Geldes um 5,5 Prozent in diesem Zeitraum gesunken sei – ganz zu schweigen von den höheren Spritpreisen, den Personalkosten. Die Folge: schlechtere Pflege! „Wir kämpfen also auch für Menschlichkeit. Es kann doch nicht sein, dass die AOK im Jahr 2007 rund zehn Milliarden Euro eingenommen hat – aber nur 1,2 Prozent davon werden in die ambulante Pflege investiert.“ Nun fordern die Verbände eine Gebührenerhöhung von 2,5 Prozent. Und die AOK? Die Kassen? Sie wollen 1,11 Prozent zahlen. Experten sind sich einig: „Ein Witz!“

Um auf ihre Situation aufmerksam zu machen, veranstalteten die Verbände die Demo vor dem Sozialministerium. Ministerin Christa Stewens versprach „Unterstützung“. Man müsse aber weiterverhandeln. Die Kassen hingegen signalisierten weiter: 1,11 Prozent – mehr nicht.

Quelle: tz

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