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Wohnbau-Chefin im Korruptions-Sumpf

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Maria Knauer herrscht über 34 000 Wohnungen. © Schlaf

München - Die Leiterin der Gemeinnützigen Wohnungsfürsorge AG (Gewofag), Maria Knauer, steht wegen Untreuevorwürfen ein Gerichtsprozess bevor.

Die Gewofag ist ein städtisches Unternehmen. Als einer der größten Wohnungsbesitzer der Stadt soll sie weniger vermögenden Münchnern ein Dach über dem Kopf ermöglichen. Ausgerechnet die Chefin der Gewofag Maria Knauer muss sich bald in einem Gerichtsverfahren unangenehmen Korruptionsvorwürfen stellen.

Die 59-jährige Sozialdemokratin hatte es von der Sozialamtschefin zur Verwaltungsdirektorin des Klinikums Harlaching gebracht. Als die städtischen Kliniken 2005 zusammengelegt wurden, fand sich bald der mit 164 000 Euro jährlich dotiere Gewofag-Chefposten für sie – was die Rathaus-Opposition wurmt. Genau von da kam auch der Anstoß für die Ermittlungen gegen Knauer.

Das städtische Revisionsamt war tätig geworden, nachdem der damalige CSU-Stadtrat Helmut Pfundstein 2006 auf Unregelmäßigkeiten gestoßen war. Demnach soll Maria Knauer ihren engsten Mitarbeitern an Krankenhausleitung und Personalreferat vorbei 103 000 Euro zugeschustert haben. Das Geld soll auch über eine zwischengeschaltete Firma an die Lebensgefährtin eines der Mitarbeiter geflossen sein.

Auffällig auch eine „Arbeitstagung“ der Klinikleitung in einem Ferienhaus am romantischen Bracciano-See bei Rom, das die Klinik langfristig gemietet hatte.

Nachdem das Revisionsamt die Akten an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet hatte, erwirkte die jetzt einen Strafbefehl über zehn Monate auf Bewährung, gegen den Knauers Anwalt Wolfgang Schmid Einspruch einlegte. Es wird darum bald zum Prozess kommen. Die Angeschuldigte verteidigt sich: „Es fand eine Gegenleistung statt“, so Knauer zur tz. „Es waren Schulungen im Projektmanagement.“ Mehr will sie erst vor Gericht aussagen.

J. Welte

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