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Wohnen in München

Eigenbedarf oder Lüge? Gericht entscheidet nun über Sabines Zukunft

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Sabine P. hätte schon zum 31. März aus der Wohnung ausziehen müssen.

Sabine hätte eigentlich schon längst aus ihrer Wohnung in Pasing gemusst. Doch sie blieb drin, weil sie dem Eigenbedarf des Vermieters nicht glaubt.

München - Sabine P. (31) wirkt noch zuversichtlich. Bevor die Verhandlung losgeht, schreitet sie selbstbewusst in den Gerichtssaal. Obwohl nun entschieden werden soll, ob sie bald auf der Straße landet – wegen Eigenbedarfs. Sie selbst vermutet aber: Ihr Vermieter wolle gar nicht seine Tochter einziehen lassen, sondern Monteure.

Eigentlich hätte Sabine P. am 31. März aus ihrer Wohnung in Pasing ausziehen müssen – nach neun Jahren. In der Kündigung des Vermieters stand: „Eigenbedarf“ – seine Tochter und deren Mann bräuchten eine größere Wohnung, unter anderem, weil sie sich Kinder wünschten. Stutzig wurde P., als sie herausfand, dass nicht nur sie raus muss, sondern alle vier Parteien.

Wohnen in München: Eigenbedarf oder Lüge? Gericht entscheidet nun über Sabines Zukunft

Der Mieter unter ihr zog aus, kurz nachdem er die Kündigung bekam. Wenig später fand P. die Wohnung in einem Internet-Inserat, mit sechs Betten zur Miete, für je 17 Euro die Nacht. Schnell fand sie heraus, dass ihr Vermieter tageweise auch Betten an Arbeiter vermietet, unter anderem in Obermenzing und Augsburg. Sabine P.s Verdacht: Dieser Fall hat nichts mit Eigenbedarf zu tun. Also bleibt sie in der Wohnung und hofft, dass ihr Vermieter mit der Räumungsklage nicht durchkommt.

Inzwischen flüchten immer mehr Münchner aus der Stadt, weil ihnen die Mieten einfach zu teuer sind.

„Ich tendiere dazu, dass die Kündigung formell wirksam ist“, sagte aber die Richterin. Gleichzeitig hatte sie eine Forderung an den Vermieter: „Sie müssen konkrete Pläne vorlegen!“ Er müsse beweisen, dass er wirklich vorhat, das ganze Haus für seine Tochter zu nutzen. „Wie viele Zimmer sollen in dem Haus entstehen? Gibt es einen Statik-Plan?“ Erst mit diesen Infos könne das Gericht entscheiden, ob Sabine P. die Wohnung räumen muss.

Wohnen in München: Vermieter antwortet nicht auf tz-Nachfrage

„Ich sage die Wahrheit“, beteuerte der Vermieter auf Anfrage der tz. Er habe das Haus extra für seine Tochter gekauft. „Es ist ein kleines Haus, gerade mal 140 Quadratmeter“, sagt er. Und: „Ja, ich habe Monteure darin wohnen lassen. Aber nur provisorisch.“ Auf die Frage, wie viele Immobilien er insgesamt besitzt und in wie vielen er Monteure unterbringt, wollte er nicht antworten.

Die Suche nach einer anderen Wohnung war für Sabine P. bisher erfolglos – sie könne höchstens 800 Euro Miete zahlen, sagt sie. „Ich habe Angst und bin unsicher, wie es weitergehen soll.“

Ein ganz kurioser Fall ereignete sich vor kurzem, als eine Garage vermietet wurde, für die man andernorts eine ganze Wohnung bekommen hätte. 

Problematisch bleibt die Definition des Eigenbedarfs. Der Mieterverein kritisiert, die Auslegung sei zu lasch. Geschäftsführer Volker Rastätter bemängelt etwa, ein Eigentümer könne Eigenbedarf für einen zu großen Kreis anmelden – zum Beispiel auch für Pflegepersonal oder einen Neffen. 

K. Braun

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